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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 FRAGEN
Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

20.06.2008 11:20
Warum testet uns Allah subhanehu we tealaa? antworten
Frage:

Uns wurde gelehrt, dass Allah die Menschen erschaffen hat, sie auf die Erde setzte und den Meisten von ihnen die Fähigkeit gab, selbst zu entscheiden wie sie ihr Leben verbringen möchten. Weiter wird uns gesagt, dass Allah den Menschen erschaffen hat, um ihn zu testen und anschließend je nach seinen Taten zu belohnen oder zu bestrafen. Auch wurde uns gelehrt, dass Allah uns erschaffen hat, damit wir Ihm dienen.

Warum testet uns Allah?

Antwort:

Im Namen Allahs, des Barmherzigen und Mitfühlenden

Möge Allah dich für deine Frage segnen. Es besteht keine Notwendigkeit sich Gedanken darüber zu machen, ob die Frage angreifend gestellt wurde: Du hast sie aufrichtig und höflich formuliert. Es ist sogar unbedingt erforderlich, innere Zweifel durch den Erwerb von wahrem Wissen zu beseitigen, und es wäre viel eher tadelnswert, wenn du die Frage zurück gehalten und nicht gestellt hättest.

„Es gibt nichts Seinesgleichen“

Ein wesentlicher Grundsatz unseres Glaubens ist, dass Allah von alldem, was wir kennen, völlig verschieden ist. Er sagt uns im Koran: „Es gibt nichts Seinesgleichen.“ (42:11)

Eine Schlussfolgerung aus diesem Glauben ist, dass im Gegensatz zu den menschlichen Handlungen, göttliche Handlungen keine Motive benötigen, weil Motive nur im Kontext zu Jemanden, der schwach und bedürftig ist, einen Sinn ergeben.

Um dies zu verdeutlichen, beachte folgendes: Wenn Menschen Handlungen ausführen, dann macht es einen Sinn sie danach zu fragen, was sie antrieb jenes zu tun, denn als bedürftige Wesen, die sie sind, handeln sie immer nach bestimmten Bedürfnissen, die sie erfüllen möchten.

Als Beispiel: Zayd wird sich eine Jacke drüber ziehen, denn das Wetter ist kalt und er braucht Wärme. Aischa wird etwas essen, weil sie hungrig ist und die Nahrung braucht. Ali geht zur Universität, weil er mit dem Abschluss den er später erwerben wird, für seinen Lebensunterhalt sorgen muss. Wie du aus diesen Beispielen erkennen kannst, verraten die Handlungen dieser Menschen ihre grundlegenden Bedürftigkeiten.

Allah ist der Schöpfer von allem und ist auf nichts angewiesen. Dies ist leicht zu behaupten, aber nicht so einfach zu begreifen. Denn eines der Auswirkungen dieser absoluten Unabhängigkeit von der Notwendigkeit, ist, dass Allah von keinen Motiven getrieben wird, wenn er handelt. Jemand der auf nichts angewiesen ist, benötigt demzufolge auch keine Motive. Zu fragen, „warum“ hat Allah etwas gemacht, ergibt überhaupt keinen Sinn. Um es mit den Worten des Koran zu formulieren: „Er wird nicht zur Rechenschaft gezogen, aber sie werden es.“ (21;23)

Allah benötigt unseren Gehorsam nicht und unsere Ungehorsamkeit schaden Ihm auch nicht. Er muss uns nicht belohnen, wenn wir Ihm gehorchen. Hätte Er gewollt, so könnte Er uns auch für unsere Ungehorsamkeit Ihm gegenüber belohnen können. Dies ist der Grund, wieso uns die klassischen sunnitischen Werke lehren, dass wenn Jemand von Allah belohnt wird, dies aus reiner Großzügigkeit geschieht; Nicht etwa weil Er von einer Notwendigkeit getrieben ist dies zu tun, oder weil wir ein Recht auf Seinen Lohn hätten. Nein, vielmehr ist die Frage „Warum“ bei Ihm nicht anwendbar.

Ebenso ist Allah nicht gezwungen uns zu bestrafen, wenn wir Ihm gegenüber ungehorsam sind. Und Er hätte auch wählen können, dass wir bestraft werden, wenn wir Ihm gehorchen. Dies ist der Grund, wieso uns die benannten sunnitischen Werke lehren, dass wenn Allah jemanden bestraft, Er dem Bestraften gegenüber kein Unrecht tut, denn niemand hat ein Recht über Allah (man erinnere sich, dass unsere Gehorsamkeit oder Ungehorsamkeit kein Einfluss auf Ihn hat). Er straft, aus Seiner reinen Gerechtigkeit. Die Frage "Warum?" Ist nicht anwendbar.

Koranische Verse die Motive zu implizieren scheinen

Dies ist der Hintergrund, warum wir Aussagen, die scheinbar implizieren, dass Allah Handlungen aus bestimmten Gründen erschaffen hat, so verstehen. Als Beispiel, wenn der Koran uns sagt, dass Er uns erschaffen hat, damit wir Ihm dienen, dann bedeutet das nicht, dass Er abhängig davon ist, von uns verehrt zu werden. Statt dessen sagt Er uns, dass Er uns mit der Fähigkeit erschaffen hat, Ihm zu dienen und wir unsere Taten frei entscheiden können. (Hashiyat al-Dschamal `ala al-Dschalalayn).

Ebenso, wenn Allah uns sagt, dass Er uns erschuf um uns zu testen, dann bedeutet es nicht, dass Er davon abhängig ist uns zu testen um dann herausfinden zu können, ob wir Gutes oder Schlechtes tun. Er weiß schon, was wir tun werden. Vielmehr spielen unsere Taten in diesem Leben die Rolle des Beweises - für oder gegen uns am Tag der Auferstehung.

Das praktische Ergebnis

Allah erschaffte uns und verfügte, dass diejenigen unter uns, welche die Taten der Paradiesbewohner wählen, ins Paradies kommen werden und diejenigen, welche die Taten der Höllenbewohner wählen, ins Höllenfeuer kommen werden. Denn Allah ist völlig anders als alles andere was existiert, es macht keinen Sinn zu fragen, warum Er das tat. Vielmehr ist dies nur, wie die Dinge sind, und es ist an uns, zu entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen.

In Wirklichkeit sieht es aber so aus, dass das gesamte Heilige Gesetz ein Segen für uns ist – in diesem und im nächsten Leben. Verpflichtungen, die zunächst scheinbar schwer zu erfüllen sind, haben eine polierende Wirkung auf das Herz, bis sich schließlich die gesamte Perspektive verändert. Passive Unterwerfung führt zur aktiven Unterwerfung und das Herz füllt sich mit Liebe und Dankbarkeit für Allah. Verpflichtungen sind uns dazu angeboten worden, um im Geiste den herzlichen Dank an Allah für die unzähligen Segnungen zu verinnerlichen, die jeder von uns hat. Jemand, der diesen Zustand realisiert hat, möchte alles für Allah tun; „weltliche“ Aktivitäten wie essen, trinken und das Gespräch mit Freunden werden alle mit der Absicht getan, Allah näher zu kommen. Solch ein Mensch wird sich keine Sorgen über mögliche zukünftige Probleme machen, noch wird er über die Vergangenheit trauern, denn er ist beschäftigt mit dem Einen, den er liebt. Das ist wahres Glück, und wer es verpasst, wird nie die Bedeutung von wahrer Zufriedenheit kennen.

Allah weiß es am besten.

http://qa.sunnipath.com/issue_view.a...=4738&CATE=390

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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