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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Rechtsschulen im Islam
Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

08.06.2008 16:50
Verfeinerung der einzelnen Madhhabs antworten

Bismillahi tealaaa

Von 'Abdulhakim MUrad übersetzt von Bruder Abdulhafid-Wenzel



Die Verfeinerung der einzelnen Madhhabs

Innerhalb eines jeden Madhhab jedoch arbeiteten die führenden Gelehrten weiter an der Verbesserung und Verfeinerung der "Wurzeln" und "Zweige" ihrer jeweiligen Schule. In manchen Fällen machte die historische Situation dies nicht nur möglich sondern notwendig. Zum Beispiel waren Gelehrte der Schule des Abu Hanifa, die auf den frühen Gesetzesschulen von Kufa und Basra aufbaute, in Bezug auf einige Hadithe die im Iraq in Umlauf waren wegen der Häufigkeit von Fälschungen, hervorgerufen durch den dort starken sektiererischen Einfuß, sehr vorsichtig. Später jedoch, nachdem die authorisierten Sammlungen von Bukhari, Muslim und anderen erhältlich waren, zogen folgende Generationen von Hanafi-Gelehrten zur Formulierung und Überarbeitung ihres Madhhab den gesamten Korpus von Hadithen in Betracht. Diese Art von Prozeß dauerte zwei Jahrhunderte bis die Rechtsschulen im vierten und fünften Jahrhundert nach der Hijra einen Reifezustand erreicht hatten.


In dieser Zeit war es auch, daß eine Haltung von Tolereanz und wohlwollendem Respekt unter den Rechtsschulen von allen Seiten akzeptiert wurde. Dies wurde von Imam al-Ghazali formuliert, selbst Verfasser von vier Textbüchern in Schafi´îFiqh und Autor des al-Mustasfa, welches von vielen als das am weitesten entwickelte und exakteste aller Werke der Usul al-Fiqh angesehen wird. In seinem wohlbekannten Bemühen um Aufrichtigkeit und seiner Abscheu vor Zurschaustellung von Rivalitäten unter den Gelehrten verurteilte er aufs Schärfste was er als "fanatische Anhängerschaft an einen Madhhab " bezeichnete. (Ihya ´Ulum ad-Din, !!!.65.) Während es eineseits für den Muslim notwendig ist, einem anerkannten Madhhab zu folgen um die tödliche Gefahr einer Fehlinterpretation der Quellen zu vermeiden darf er doch nicht in die Falle gehen, seine eigene Rechtschule als grundsätzlich den anderen überlegen zu betrachten. Von wenigen unbedeutsamen Ausnahmen abgesehen sind die großen Gelehrten des sunnitischen Islam diesem von Imam al-Ghazali vorgegebenen Ethos gefolgt und haben ein jeder dem Madhhab des anderen auffallenden Respekt erwiesen. Diese Tatsache werden all diejenigen die bei traditionellen ´Ulema studiert haben bestätigen können.


Die Entwicklung der Vier Schulen lähmte nicht, wie manche Orientalisten behaupten, die Fähigkeit zur Verfeinerung und Ausweitung des positiven Rechts. Im Gegenteilstanden damit ausgeklügelte Mechanismen zur Verfügung, die qualifizierte Personen nicht nur in die Lage versetzten, die Scharia selbständig aus dem Qur'an und der Sunna abzuleiten, sondern sie sogar eben dazu verpflichteten. Nach der Auffassung der überwiegenden Meinung der Gelehrten ist es einem Experten, der die Quellen vollständig gemeistert hat und eine Reihe von wissenschaftlichen Vorbedingungen erfüllt, nicht gestattet, den vorliegenden Bestimmungen seiner Rechtsschule zu folgen, sondern er muß diese selbst aus den offenbarten Quellen ableiten. Eine solche Person bezeichnet man als Mujtahid , ein Begriff der auf ein bekanntes Hadith von Mu´adh ibn Jabal zurückgeführt wird.

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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