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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Rechtsschulen im Islam
Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

08.06.2008 16:44
Prinzip des Usul zur textlicher Widerspruch antworten
Bismillahi tealaa

Von Abdulhakim Murad übersetzt von Bruder Abdulhafidh Wenzel


Prinzipien (Usul ) zur Lösung textlicher Widersprüche

Die Gründe, die den Fällen offenbar einander widersprechender offenbarter Texte zugrunde lagen, wurden von den frühen ´Ulema genauestens untersucht, häufig im Verlauf fortdauernder Debatten zwischen den brilliantesten Denkern, ausgestattet mit den perfektesten photografischen Gedächtnissen. Ein Großteil der Wissenschaft der islamischen Jurisprudenz (Usul al-Fiqh) wurde entwickelt, um zur Bewältigung derartiger Widersprüche feststehende Mechanismen zu schaffen, die getreue Übereinstimmung mit dem grundlegenden Ethos des Islam gewährleisteten. Der Begriff Ta'arrud al-adilla ("Widersprüchlichkeit der Beweisquellen") ist allen Studenten islamischer Jurisprudenz als eines der am meisten Sorgfalt verlangenden und komplexesten aller muslimischen Gesetzeskonzepte bekannt. Frühe Gelehrte wie Ibn Qutayba sahen sich veranlaßt, diesem Thema ganze Bücher zu widmen.


Die ´Ulema der grundlegenden Prinzipien (Usul) erkannten als ihre Ausgangsvoraussetzung an, daß Widersprüche zwischen den offenbarten Texten nichts weiter als Widersprüche in der Deutung und keinesfalls Ungereimtheiten in der Botschaft des Gesetzgebers, wie sie vom Propheten - Allahs segen und Friede sei über ihm – übermittelt worden war, sein konnten. Die Botschaft des Islam war vor seinem Dahinscheiden vollkommen überbracht worden; und die Aufgabe der späteren Gelehrten war ausschließlich die Deutung und keinesfalls die "Überarbeitung" derselben.


In diesem Bewußtsein beginnt der islamische Gelehrte, wenn er einen problematischen Text untersucht mit einer Reihe von akademischen Voruntersuchungen und Lösungsmethoden. Das von den frühen ´Ulema entwickelte System besteht darin, daß der Gelehrte, wenn sich zwei Qur'an- oder Hadithtexte zu widersprechen scheinen, zuerst eine sprachliche Analyse der Texte vornimmt, um festzustellen, ob der Widerspruch einem Fehler in der Interpretation des Arabischen entspringt. Wenn der Widerspruch dadurch nicht gelöst werden kann, muß er versuchen, anhand einer Reihe von text-, rechts- und geschichts-spezifischen Techniken festzustellen, ob einer der beiden Texte Gegenstand von takhsis , das heißt: nur bestimmte Umstände betreffend, ist und deshalb eine spezielle Ausnahme von dem in dem anderen Text zum Ausdruck gebrachten allgemeineren Prinzip darstellt. Darüber hinaus muß der Jurist den textspezifischen Status des Berichts in Betracht ziehen, indem er sich das Prinzip ins Gedächtnis ruft, daß ein Qur'anvers ein Hadith aufhebt, das nur mit einer Isnad (die Art von Hadith, die als Ahad bekannt ist) überliefert ist, genau wie dies ein Hadith das von vielen Isnad (mutawatir oder maschhur ) überliefert ist, tut. Sieht der Jurist, nach Anwendung all dieser Mechanismen, daß der Widerspruch immer noch weiterbesteht, muß er untersuchen, ob einer der beiden Texte Gegenstand einer förmlichen Aufhebung (Abrogation, arab.:Naskh ) durch den anderen ist.


O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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