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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Quran
Kemal06 Offline

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Beiträge: 559

31.01.2008 12:37
Der Umgang mit dem Quran antworten

Buchhinweis: An-Nawawi, Der rechte Umgang mit dem Koran, Spohr Verlag, ISBN 978-9963-40-063-8


Der Prophet sagte: „Rezitiert den Qur’an und weint, und wenn ihr nicht weint, dann erzeugt Tränen in euch selbst“. Imam Al-Ghazali sagte: „Weinen ist empfohlen bei der Rezitation und beim Anwesendsein bei einer Rezitation“. Der Qur’an hat viele Namen, wie „Adh-Dhakir“, die Erinnerung, oder „Al-Furqan“, die Unterscheidung, was auch auf die Wirkungen der Rezitation und Reflexion des Qur’an durch den Muslim hindeutet. Die Rezitation des Qur’an ist auch ein Schutz und eine Heilung, und vieles mehr.

Nach Meinung von Imam Al-Qurtubi sollte man beim Umblättern der Seiten seine Finger nicht mit Speichel anfeuchten, und gemächlich und nicht hastig rezitieren. Man soll sich auf die Bedeutung konzentrieren, sofern man sie versteht, und wenn nicht, dann zumindest versuchen, so viel wie möglich zu verstehen. Es ist besser, nicht einzelne Verse aus den Suren zur Rezitation auszuwählen, sondern ganze Suren zu rezitieren. Nach einer Überlieferung sah der Prophet, wie Bilal ein wenig von jeder Sura rezitierte und wies ihn daraufhin an, die vollständige Sure zu rezitieren.

Der Prophetengefährte Anas ibn Malik pflegte, wenn er die Rezitation des Qur’an beendet hatte, seine Familie zu versammeln und Bittgebete zu sprechen. Es ist auch eine belegte Praxis, die Rezitation unmittelbar nach dem Beenden wieder neu zu beginnen, das heißt, dass man mit der ersten Sure, Al-Fatiha, und einigen Versen der Sure Al-Baqara endet, nachdem man die letzte Sure, An-Nas, gelesen hat. Laut einem von Anas ibn Malik überlieferten Hadith sagte der Prophet: „Zu den guten Taten gehört es, [anzukommen und] sich niederzulassen und wieder aufzubrechen [die Reise fortzusetzen]. Als der Prophet gefragt wurde, was dies bedeute, sagte er: ‘Den Qur’an zu beenden und ihn wieder zu beginnen.’“ Es gibt mehrere Hadithe dazu. Al-Qurtubi nennt als Grund dafür auch, dass es nicht scheinen soll, als habe man etwas abgeschlossen und erledigt.

Der Gesandte Allahs sagte: „Die Metapher eines Gläubigen, der den Qur’an rezitiert, ist die einer Zitrone - ihr Duft ist wohlriechend und ihr Geschmack ist gut. Die Metapher eines Gläubigen der nicht den Qur’an rezitiert ist die einer Dattel - sie hat keinen Geruch, aber ihr Geschmack ist süß. Die Metapher eines Heuchlers, der den Qur’an rezitiert ist die von Basilikum - sein Duft ist wohlriechend aber sein Geschmack ist bitter. Die Metapher eines Heuchlers, der nicht den Qur’an rezitiert, ist die einer Koloquinte - sie hat keinen Duft und ihr Geschmack ist bitter.“

Man sollte versuchen, sich anzugewöhnen, regelmäßig den Qur’an zu rezitieren, sodass er zu einem Teil des eigenen Verhaltens und Lebens wird. Gemäß einer Überlieferung werden die Rezitationen des Qur’an, die man gelesen hat, am Tage des Jüngsten Gerichts Fürbitte für einen einlegen. An-Nawawi betont, dass es bei jeder Rezitation des Qur’an die Absicht sein soll, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen. Man solle sich in eine Haltung der Ehrfurcht und Ergebenheit begeben.

Generelle Hinweise

Eine grundlegende Regel nach allen vier Rechtsschulen ist, dass der Qur’an nur im Zustand ritueller Reinheit berührt werden darf, selbst wenn er sich in einer Hülle, einer Tasche oder einem Behälter befindet. Das schließt ein Berühren des Mushafs durch Nichtmuslime aus, aber auch durch Muslime, die sich nicht in diesem Zustand befinden, oder durch Menstruierende. Eine rein mündliche Rezitation ist nach überwiegender Gelehrtenmeinung auch ohne rituelle Reinheit erlaubt, wenn es auch besser ist, auch dafür in ritueller Reinheit zu sein. Im Zustand der Menstruation oder der größeren rituellen Unreinheit, etwa nach dem Geschlechtsverkehr, ist auch dies nicht erlaubt. Laut Imam An-Nawawi ist es in beiden Situationen aber erlaubt, den Qur’an leise im Herzen zu zitieren. Auch eine angemessene Kleidung ist empfohlen, bei der die Aura bedeckt ist.

Zu den weiteren empfohlenen Verhaltensregeln, wie sie zum Beispiel auch von Imam Al-Qurtubi in der Einleitung zu seinem großen Tafsir [Qur’an-Kommentar] erwähnt werden, gehört, dass man den Qur’an nicht mit schlechtem Mundgeruch rezitieren und sich vorher den Mund reinigen soll, zum Beispiel mit einem Miswak, was gleichzeitig für angenehm frischen Geruch sorgt. Bevor man mit der Rezitation beginnt, sucht man bei Allah Zuflucht vor dem Schaitan, indem man spricht: „Audhu bi’Llahi min asch-Schaitani’r-radschim“ und beginnt die Rezitation mit der Basmala, „Bismi’Llahi’r-Rahmani’r-Rahim“, was „Im (oder genauer: Mit) dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“ bedeutet. Man sollte bei der Rezitation aufrecht und gerade sitzen, sowie möglichst in Richtung der Qibla, der Gebetsrichtung.

Wenn man den Qur’an ablegt, sollte man ihn nicht geöffnet lassen. Man soll keine anderen Bücher auf den Qur’an legen, vielmehr soll er stets höher liegen als alle anderen Bücher, und er sollte nicht auf den Boden gelegt werden. Daher sollte man ihn bei der Rezitation in der Hand halten, ihn auf den Schoß legen oder auf etwas anderes, das sich vor einem befindet. Man soll den Qur’an nicht werfen, sondern immer behutsam nehmen und ablegen, und ihn nicht als Kopfunterlage oder ähnliches benutzen.

Man sollte möglichst jeden Tag zumindest ein wenig im Qur’an lesen. Man soll nicht bei alltäglichen Dingen und Anlässen Zitate aus dem Qur’an anführen. Der Qur’an darf nicht gesungen und nicht übertrieben melodisch rezitiert werden wie bei Liedern. Er soll nicht auf Marktplätzen oder an Orten, an denen lautstarkes oder nutzloses Gerede stattfindet, rezitiert werden. Der Qur’an soll auch nicht miniaturisiert werden (man findet auch heute immer wieder den ganzen Qur’an in Miniaturschrift, die eigentlich nicht mehr lesbar ist). Es wird überliefert, dass ‘Ali sagte: „Macht den Qur’an nicht klein“, und dass ‘Umar ibn Al-Khattab einmal einen Mann, der ein solches kleines Exemplar des Qur’an angefertigt hatte, hart zurechtwies und ihm sagte: „Erweise dem Qur’an Wertschätzung“.

Ein Amulett mit Versen aus dem Qur’an darf nicht mit in die Toilette genommen werden, es sei denn, es ist in Leder, Silber, Metall oder ähnlichem eingeschlossen.



Link:

http://www.islamische-zeitung.de/?id=9887

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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