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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Aus welchem Land seit ihr Geschwister?
Kemal06 Offline

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Beiträge: 559

12.09.2007 23:04
Südspitze Afrikas wächst die Anzahl der Muslime antworten

http://www.islamische-zeitung.de/?id=9342

12.09.2007 An der Südspitze Afrikas wächst die Zahl der schwarzen Muslime. Von Nicole Itano, Soweto
Hoffnung für die Townships

(CMS/IZ). Als Bilal Motsau 1976 Muslim wurde, galt er als in Soweto als seltsam. Das Township, eine ausufernde schwarze Siedlung am Rande von Johannesburg, war eines der Zentren des Anti-Apartheid-Kampfes. Im Südafrika dieser Tage war der Islam beinahe ausschließlich den kleineren südasiatischen und malaiischen Bevölkerungsanteilen vorbehalten. Viele Schwarze betrachteten ihn als eine „indische“ Religion. In diesen Tagen, ist Bilal, der einen kurzen, gepflegten Bart und einen schwarz-weißen Schal über westliche Kleidung trägt, der Vorläufer von immer mehr schwarzen Südafrikanern geworden, die den Islam annehmen. Auch wenn er zahlenmäßig noch klein in den schwarzen Townships ist, so gewinnt er immer mehr Zulauf in diesem überwiegend christlichen Land.

In den letzten Jahren hat vor allem die muslimische Gemeinschaft in Kapstadt unter Leitung von Schaikh Dr. ‘Abdalqadir As-Sufi landesweit durch ihre Informations- und Bildungsprogramme eine große Menge von schwarzen Südafrikanern zum Islam gebracht. Es sind vor allem die traditionell-korrekten Tariqats, die die Vorreiterrolle in der Verbreitung des Islam spielen. Die ethnischen Gemeinschaften der Muslime haben sich hingegen noch bis vor Kurzem eher von ihren schwarzen Landsleuten abgegrenzt. Die islamische Lebensweise zieht sowohl die armen Einwohner der Slums an, die die Betonung der Solidarität durch den Islam schätzen, als auch junge Intellektuelle, die vom islamischen Fokus auf Lebensweise und soziale Veränderung angezogen sind. „1976 gab es nur zehn schwarze Muslime in Soweto und jeder kannte sich“, erinnert sich Bilal, der wie viele andere seinen christlichen Vornamen in einen muslimischen änderte, aber seinen afrikanischen Nachnamen als Zeichen seines Erbes beibehielt. „Es gab nur einen Bilal, und jeder wusste, wer ich war. Das Wachstum des Islam seither ist außerordentlich.“

Viele der neuen Muslime sind junge Männer wie Omar Khambule, der vom islamischen Einheitsdenken überzeugt war und sah, dass er einen Ausweg aus dem Gangsterleben und den Drogen anbot. „Islam lehrt uns, wie wir uns zu verhalten haben“, erklärt er, als er mit einigen Freunden vor der einzigen Moschee von Soweto sitzt. Das Gebäude wurde vor einigen Jahren das Opfer eines Brandanschlages radikaler Buren. „Mein Leben befand sich am Abgrund und ich hatte schwer mit Dagga (Marihuana) und einer Bande zu tun. Aber dann fand ich den Islam und sah ein, dass dieser mir einen besseren Weg anbot.“ Khambule sagt, dass er nun mit anderen Muslimen lebt, fünf Mal am Tag betet und so häufig wie möglich die Moschee besucht. Für ihn, jung und arbeitslos, bietet der Islam Stabilität, Gemeinschaft und genug gemeinsame Solidarität, die ihm das tägliche Überleben sichert.

Noch finden weniger Frauen als Männer ihren Weg. Viele von ihnen, wie Layla Zange, folgen ihren Ehemännern, Freunden, Vätern oder Brüdern. Aber alle sind der Meinung, dass der Islam einen Ausweg aus sexuellem Missbrauch, AIDS, Alkoholismus und häuslicher Gewalt in vielen der armen schwarzen Gemeinschaften wie in Soweto bietet. „Früher nannten uns die Leute ‘Inder’ und manche beschimpften uns“, berichtet Leyla, die vor allem indische Gemeinschaften besucht. Aber heute besuchen sie und 2.000 andere Muslime die Dlamini Moschee in der Nähe ihres Hauses. „Jetzt trage ich ein Kopftuch. Die Menschen verstehen, was es bedeutet. Aber das ist neu.“

Das quantitative Wachstum der neuen Muslime ist schwer zu beziffern, da wegen des Mangels an muslimischen Einrichtungen in den Townships sich der Islam auch informell verbreitet. Neue Muslime öffnen ihre Häuser für die Nachbarn zum Gebet und haben Programme nach den Schulen in ihren Wohnzimmern oder Höfen organisiert. Seit dem Ende der Apartheid haben in Soweto fünf muslimische Schulen geöffnet, von denen jede hunderte muslimischen Kindern und ihren Familien zur Verfügung steht.

Es gibt keine offiziellen Erhebungen über die Zahl der schwarzen Muslime in Südafrika, aber Bilal Motsau, der auch für eine muslimische Hilfsorganisation in den Townships um Johannesburg tätig ist, schätzt sie allein für Soweto auf 10.000. Muslime aus anderen Gegenden gehen davon aus, dass die Entwicklung in anderen Townships ähnlich ist. „Islam ist die am schnellsten wachsende Religion in diesem Land“, meint Omaruddin don Mattera, Schriftsteller und muslimischer Aktivist. Bisher sind mehr als 70 Prozent der schwarzen Südafrikaner Christen. Der Islam kam zuerst durch arabische Muslime und Berber nach Afrika. An der südlichen Spitze des Kontinents wurden viele Menschen durch Siedler und Missionare christianisiert. Die Apartheid und die Isolation der indischen Gemeinschaft hat die Ausbreitung des Dins verlangsamt.

Heute gibt es in den Townships eine rege Tätigkeit, bei der auch ältere Muslime wie Bilal einbezogen werden und an der auch Einwanderer aus muslimischen Ländern Afrikas, die nach dem Ende der Apartheid ins Land kamen, beteiligt sind.

Indische Muslime helfen mit finanziellen Mittel, aber es gibt eine gewisse Spannung zwischen den Schwarzen in Südafrika und den Gemeinschaften der indischen Muslime. Manche Schwarze beschuldigen die Inder des Rassismus. Während viele Schwarze sich durchaus um Schwierigkeiten in muslimischen Ländern kümmern, gilt ihr Hauptaugenmerk den Problemen vor ihrer eigenen Haustür. „Indische Muslime in Südafrika sorgen sich mehr um Probleme, die weit entfernt sind. Sie sehen ein Problem in Afghanistan, aber nicht in Soweto“, meint Omar Duma, der sich dabei abmüht, Mittel für eine kleine Schule zusammenzukriegen. Mehr als 100 schwarze Kinder besuchen die nachmittaglichen Kurse in seiner Madrassa, wo sie Suppe, Brot und Ausbildung im Islam - Qur’an und Arabisch - erhalten. Kleine Schulen wie die von Omar Duma spielen eine entscheidende Rolle in der Verbreitung des Islams in den Townships, insbesondere unter den Armen. Die dabei Aktiven sind davon überzeugt, in doppelter Hinsicht zu helfen: Indem sie den Kindern zusätzliche Nahrung geben und gleichzeitig im Islam ausbilden.

Nachtrag

Aus eigener Erfahrung von Reisen der IZ-Redaktion in Südafrika lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die Anziehungskraft des Islam in einer Zeit, in der die traditionellen sozialen Bindungen schwarzer Gemeinschaften in Südafrika zerfallen, immer deutlicher wird. So hat die muslimische Gemeinschaft in Kapstadt mehrfach so genannte „Schahada-Festivals“ im ganzen Land veranstaltet, bei der nicht nur einzelne Schwarze Muslime wurden, sondern mehrere Dutzend. Angesichts der offenkundigen Armut in der Phase nach der Apartheid wird ebenso klar, dass wohltätige soziale Institutionen, die sich aus dem Islam heraus ergeben, in ihrer Sinnhaftigkeit erkennbar werden, wenn man das Wohlstandsgefälle zwischen Arm und Reich in Südafrika betrachtet.

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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