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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Geschichte
Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

24.06.2007 16:56
Warum fanden die Kreuzzüge statt? antworten

Die Christen taten unternahmen 1099 zum ersten mal ein Kreuzzug. Man könnte fragen warum erst 1099 ? Wo doch Jerusalem/Al Kuds schon seit Jahrhunderten seit Mitte des 7.Jh islamisch war. Doch zunächst müssen wir weit vorne in die Geschichte. Seit der Aufklärung in Europa seitdem in Europa massive Veränderungen gab in Gesellschaft und Regierungsformen und die Kirche entmachtet bzw. zurückgedrängt wurde und anti-christliche Strömungen entstanden wurden die Kreuzzüge dargestellt und entdeckt als inbegriff des Fanatismus und ebenso die Inquisition. Nicht nur mit Naturwissenschaft sondern auch mit Geschichte sollte klargemacht werden, wie verkehrt der Mittelalter in Europa war und je dunkler man sie erkannte desto mehr sollte nun die Neuzeit und Aufklärung glänzen. heutzutage wird teilweise manche Aspekte der Kreuzzüge genauer unter die Lupe genommen und differenzierter dargestellt. Der Anfang vor allem ist derart wie wir es kaum vermuten würden.

Der erste Kreuzzug wurde nicht deswegen gemacht speziell den Muslimen zu schädigen und von ihnen Land zu entreissen. Erst viel später bei den folgenden Kreuzzügen vielleicht schon bei der 3.Kreuzzug wurde es instutionalisiert und mit Anti-Muslim-Propaganda gekoppelt. In den Jahrhunderten bis ins 13.Jh. wussten die Europäer fast nichts oder so gut wie nichts über die Muslime. Der Islam erschien ihnen sogar nicht selten als eine christliche Sekte.

Vor dem 1.Kreuzzug wurden in MItteleuropa die Staatenderart schwach so dass die Kontrolle des Stattes ungenügend wurde. Überall wüteten Räuberbanden. Die gRossgrundbesitzer mussten sich mit bewaffneten Rittern ich und ihr Land schützen. Europa war hochgerüstet. Es gab der art viel Ritter dass eine eigene Dynamik entstand. Die Ritter waren nicht nur Räuber und Beschützer sondern unter ihnen gab auch viel Religiösität aber auch Brutalität ohne gleichen. Ein Teil von ihnen entwickelte Regeln des Rittertums denen sie sich unterwarfen andere bleiben eher Outlaws.

In der Kirche war es so dass es kaum noch System und Disziplin gab. Die Kirche und die Könige wollten die Kirche und deren Staaten neu organisieren reformieren und mussten Lösungen finden. Die gregorianischen Reformen in der Kirche und der Kreuzzug schien eine Idee gewesen zu sein um Lösungen zu schaffen.

Im 1.Kreuzzug welches vermutlich 600 000 Ritter Soldaten und Abenteuerer hatte war dezimiert auf 100 000 als sie Jerusalem erreichten. Die Ritter wurden somit schonmal zahlenmässig als Problem "gelöst". Die meisten hatten Urkunden unterschrieben womit sie als Erben die Kirche ernannten, so dass jeder Tote sein Hab und Gut und Land der Kirche als Erbe gab. So wurde die Kirche reich. Bei Teilnahme am Kreuzzug bekam der Ritter und Teilnehmer : Vergebung der Sünden (!)

Die Kreuzzugsleute blieben fast 100 Jahre in Palestina und in teilen Syriens. Sie nahmen Anteil an Ost-Westhandel. Und zum erstenmal entstand komplexere Handelsbeziehungen und die Europäer lernten Wirtschaft im grossen Stil zu betreiben. Das zwang die "Unternehmer" und Herrscher in verwaltung und Bürokratie und zwischenstaatlichen Verhandlungen sich zu entwickeln. Die Kirche organisierte sich straff und wurde immer mehr zentralistischer. Früher war es so dass sogar die Pfarrer sich verheirateten und auf der unteren Ebene gab viel eigenständige Entwicklungen.

Erst nachdem die Staaten und die Kirche immer dazulernte und Organisation sich verschaffte desto mehr konnte es die Massen beeinflussen und mobilisieren. Die Kriege gegen Slawen, gegen Muslime in Spanien und die Kreuzzüge waren die Vorformen der Kolonisation-Epoche.

Eigentlich hätten niemals die Christen Jerusalem erobern können, aber die Muslime waren zersplittert in einigen Reichen, die gegeneinander sich Stellung bezogen hatten: Fatimiden, Eyyubiden, Seltdschuken und Kalifat in Bagdad. Sie hatten versäumt zusammen zu agieren. Ausserdem hatten sie den Ausmass unterschätzt, weil sie die Vorgänge in Europa kaum kannten und nicht erforschten.

Um innere Probleme zu dämpfen und den Überschuss an neuen Generationen loszuwerden durch Krieg oder Auswanderung wurde die Expansionspolitik zu Dauerlösung. Zur jenen Zeiten wur der heidnische Osten kolonialisiert und christianisiertund andauernde Kriege mit den Muslimen ausgefochten.

Die Muslime hatten damals nicht das Bewusstsein gehabt der ganze Islam wäre angeriffen oder die Muslime überhaupt. Die Muslime hatten damals die Kreuzzügler kaum ernst genommen. Sie machten mit ihnen Wirtschaft und auch mal Bündnisse oder Friedensverträge. Die Kreuzzügler die seit Jahrzehnten in Palestina lebten waren "orientalisiert", d.h sie übernahmen viele islamische Sitten.

Die Muslime konnten den Ansturm verdauen und überwinden weil sie zivilisatorisch und in Wissenschaften überlegen waren. So mussten damals die Kreuzzüge und der Mongolensturm scheitern, auch wenn die Muslime mehere Staaten hatten die auch mal gegeneinander kämpften.

im 10 Jh. gab es viel Endzeitstimmung unter den Christen und konnten kaum abwarten dass die Gottesherrschaft auf Erden geschehe. Unter anderem deswegen zielten die aus frommen Absichten auf Jerusalem.
Heutzutage benutzen viele Muslime den Begriff "Kreuzzug" als Topoi als ein Muster und Synonym für fanatischen Angriff um die Muslime zu vernichten. Dies ist seit ca. 100 Jahren so. Früher schrieb man niemals so. Umgekehrt man wusste kaum noch aus jenen Zeiten. Nur in Geschichte sehr gebildete kannten die Kreuzzüge.

Wir müssen aufhören den begriff "Kreuzzug" zu reduzieren auf nur christlich-fanatische Motive. Schon damals war die Realpolitik der Schwerpunkt. Und heute erst recht gibt es nichts christliches mehr in den Politiken der modernen Staaten.

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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