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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 ? Wie muss ein Muslim sein ?
Kemal06 Offline

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Beiträge: 559

07.05.2007 12:36
Wenn Freunde sich gegenseitig kränken antworten

Wenn Freunde sich gegenseitig kränken


von Muhammad Alshareef


Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

Imam Malik betrat eines Tages nach Assr die Mosche. Er ging in der Masdschid An Nabawi bis ganz nach vorne und setzte sich hin. Der Gesandte Allahs (sallallahu aleyhi wa sallam) befahl, dass jeder, der eine Moschee betritt, sich erst hinsetzen solle, wenn er zwei Rak`ah gebetet hat. Dies als eine Begrüßung der Moschee. Imam Malik hatte jedoch die Meinung, dass das Verbot des Gesandten Allahs (sallallahu aleyhi wa sallam), nach Assr zu beten, Vorrang hatte. Und daher brachte er seinen Schülern bei, das Begrüßungsgebet nicht zu verrichten, wenn sie zwischen Asr und Maghrib die Moschee betreten.

In diesem Moment setzte Imam Malik sich hin. Ein kleiner Junge sah wie er sich hinsetzte, ohne die zwei Rak`ah Tahiyyatul Masdschid zu verrichten. Der kleine Junge sprach verachtend: „Steh auf und bete zwei Rak`ah!“

Imam Malik stand pflichtbewusst wieder auf und begann, die zwei Rak`ah zu beten. Die Schüler saßen fassungslos da: Was spielt sich hier ab? Hat Imam Malik seine Meinung etwa geändert?

Nachdem er sein Gebet vervollständigt hatte, strömten die Schüler um ihn herum und befragten ihn bezüglich seiner Handlung. Imam Malik sagte: „Weder hat sich meine Meinung geändert, noch bin ich zu dem zurückgekehrt, was ich euch vorher gelehrt hatte. Ich habe nur befürchtet, dass wenn ich die zwei Rak`ah nicht verrichtet hätte – wie der kleine Junge befohlen hat – Allah mich zu jenen der folgenden Ayah gezählt hätte…

„Und wenn zu ihnen gesprochen wird: "Beugt euch!", beugen sie sich nicht.“ [QS. 77:48]

Imam Ahmad (Ibn Hanbal) vertrat die Meinung, dass das Essen von Kamelfleisch die Gebetswaschung nichtig macht. Eine Meinung, welche die Mehrheit der Gelehrten nicht hat. Einige Schüler fragten ihn: „Wenn du einen Imam auffindest, der vor dir Kamelfleisch gegessen hat – ohne Wudhu zu machen – dann das Gebet leitet, würdest du hinter ihm beten?“ Imam Ahmad antwortete: „Denkt ihr etwa, dass ich nicht hinter Imam Malik und Sa`id Ibn Al Musayyab beten würde?“

Allah hat die Menschen mit Unterschieden geschaffen. Es ist das Gesetz der Schöpfung. Verschiedene Zungen, verschiedene Farben, verschiedene Kulturen…all dies ist äußerlich. Innerlich wurden die Menschen mit vielen Stufen des Wissens, Intellekts und Aufnahmevermögen von Konzepten erschaffen. Dies ist alles ein Zeichen der allumfassenden Macht Allahs, zu tun was Er will:

„Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden.“ [QS. 30:22]

Die Menschen können sich alle unterscheiden. Das ist nicht das Thema. Das Thema ist: Wie man sich als Muslim mit diesen unterschiedlichen Meinungen auseinandersetzen sollte und wie unser Verhältnis zu jemanden sein sollte, der eine andere Meinung teilt.

Allah ta`ala befielt uns, die Menschen zur Religion des Islams einzuladen und sie darin zu beraten. Viele Muslime stürzen sich blindlings in diese Mission, ohne zu wissen, dass es im Quran auch eine Anleitung dafür gibt. In Wirklichkeit lehrt uns Allah, wie wir es tun sollen. In demselben Vers, in welchem er uns befiehlt, die Menschen zum Din aufzurufen und sie zu beraten. Lest den folgenden Vers sorgfältig durch:

„Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die recht geleitet sind.“ [QS. 16:125]

Es gibt keinen Grund zu philosophieren. Keinen Grund, um den heißen Brei zu reden. Es ist dort, klar und einfach für jeden, der aufmerksam ist.

Es gibt in dieser Ayah drei Dinge, welche man einsetzen sollte, wenn man eine Meinungsverschiedenheit mit jemandem hat. Derselbe Allah, welcher uns lehrt, die Wahrheit zu verkünden, lehrt uns, wie wir es tun sollen:

Mit Hikmah (Weisheit)

Mit guter Erklärung und

Auf die beste Art und Weise zu streiten.

Was bedeutet, es Hikmah zu haben, wenn man mit jemandem eine Meinungsverschiedenheit hat?

Die Neffen des Gesandten Allahs (sallallahu aleyhi wa sallam) statuierten eines der schönsten Exempel der Weisheit, Anderen einen Ratschlag zu geben. Al Hasan und Al Hussayn (radhiallahu anhuma) – in ihrem jungen Alter – sahen einst einen alten Mann, wie er den Wudhu falsch vollzog. Sie schmiedeten zusammen einen Plan – ohne den Mann zu beleidigen – ihn in einer Art zu belehren, die seinem Alter gegenüber angemessen war.

Sie gingen zusammen zu dem älteren Mann und sagten: „Mein Bruder und ich haben eine Meinungsverschiedenheit darüber, wer von uns den besten Wudhu vollzieht. Hast du etwas dagegen, darüber zu richten, welcher von uns beiden in Wirklichkeit den richtigeren Wudhu vollzieht?“

Der Mann schaute aufmerksam zu, als die beiden Enkel des Gesandten Allahs die Gebetswaschung detailliert vollzogen. Nachdem sie es beendet hatten, dankte er ihnen und sagte: „Bei Allah, ich wusste vorher nicht, wie man den Wudhu vollzieht. Ihr habt mir beide beigebracht, wie man es richtig tut.“

Wir müssen verstehen, dass es zwei Dimensionen von Hikmah gibt. Als Erstes gibt es die Hikmah des Wissens – Hikmah Ilmiyyah. Und Zweitens gibt es die Hikmah der Taten – Hikmah Amaliyyah.

Einige Menschen können die Hikmah des Wissens haben. Doch sehen wir, dass, wenn sie versuchen andere zu korrigieren, ihnen Ratschläge zu geben, sie einen Mangel an der Hikmah der Taten aufweisen. Dies führt bei vielen Menschen zur Ablehnung der Hikmah des Wissens.

Ein Beispiel über die Hikmah des Wissens ohne die Hikmah der Taten: Ein Bruder beendete einst in einer örtlichen Moschee das Gebet und schüttelte die Hände der Menschen, die zu seiner Rechten und Linken waren. Der Bruder zu seiner Rechten schlug seine Hand weg und schnauzte ihn an: „Dies ist kein Teil der Sunnah!“ Der Mann antwortete sehr richtig: „Oh, ist Verachtung und Beleidigung ein Teil der Sunnah?“

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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