Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 650 mal aufgerufen
 Judentum,Christentum,Islam
Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

07.05.2007 12:27
"Wer sind die Ehli Sunneh wel Jemaat" antworten

Wer sind die "Ahl-i sunna wel Dschemaat" (Die Leute der Sunna und der Muslimischen Gemeinschaft, kurz Sunniten) ?





Der Begriff "Ahl-i sunna wel Dschemaat" rührt aus den zahlreichen Hadithen her, worin der hochgeehrte Prophet (Friede und Segen Allahs mit ihm) die Muslime auffordert seiner Sunna festzuhalten und seiner Gefährten (Sahabi) folgezuleisten. Diese erste muslimische Gemeinschaft waren die Gemeinschaft der Gefährten des Propheten. Jene Muslime die an die Glaubenslehren und Taten des Propheten und der Gefährten festhalten sind Sunniten. Die Glaubenslehren ergeben sich aus Hadithen und den Konsens der Muslime (und natürlich Koran al karim). Die Glaubenssätze wurden sicher ,vielfach und übereinstimmend über viele Kanäle überliefert ohne Veränderung und ohne spekulative Deutungen. Die überwiegende Mehrheit der Muslime waren und sind stets die Sunniten. Der grosse islamische Gelehrte Imam Tahtawi (gest. 1815, Mufti in Ägypten) und zahllose viele andere schreiben, dass die Sunniten diejenigen sind die in einem der vier Rechtsschulen angehören (die anderen früheren Rechtsschulen aus den Anfangszeiten des Islam gibt es nicht mehr).



Imam Ghazali (gest.1111) schreibt nachdem er die islamischen Glaubenssätze formulierte :



"All das wird von den Alten [selef : die Altvorderen, die Gefährten (Sahaba) und deren Schüler (Tabiin)] überliefert und durch ihre Ausprüche bezeugt. Wer es unverbrüchlich festhält, der gehört zu den Leuten des rechten Glaubens und der Sunna ( Leute der Sunna : Ahl-i sunna auch Sunniten genannt) und hat nichts gemein mit der Rotte der Irrlehrer und Neuerer (Ahl-i Bidah: die die den Islam mit etwas anderem vermischen verfälschen). So wollen wir denn Allah bitten um rechte Überzeugung und Festigkeit im Glauben für uns und alle Gläubigen, Er ist ja der Allbarmherzige. Der Segen Allahs sei über unsern Herrn Muhammed, seiner Familie und jedem auserwählten ! "



Die Ahl-i sunna besitzt die Ausgeglichenheit, den mittleren Weg fern von Extremitäten, fern von Übertreibungen und Untertreibungen. Nicht um so zu sein sondern weil Lehren aus dem Koran al karim und Sunna so gegeben sind. Im Gegensatz zu der Sekte der Haridschiyya die den Gefährten Unglaube vorwerfen und gegen die Schiiten werden die Gefährten alle gelobt und gehrt gemäss Koran und zahlreichen Hadithen. Die Uneinstimmigkeiten der Gefährten untereinander geht auf verschiedene Idschtihade Urteilsbildungen im islamischen Recht zurück, die ein Segen sind laut Hadithe und zum Vorteil der Muslime. Weiterhin lehrt die grosse Mehrheit der Muslime – die Ahl-i sunna / Sunniten – dass der sündige Muslim im Jenseits nicht definitiv bestraft wird sondern Allah der Erhabene kann ihm verzeihen oder die Verdienste können die Sünden übertreffen. Die Sekte der Murdschiyya sagten dass die Sünden keinerlei Nachteile für die Muslime hätten. Die Mutaziliyya meinten der Sündige sei weder Muslim noch Nicht-muslim. Wir Sunniten glauben an die zahlreichen Hadithen und Koranstellen die über jenseitige Dinge wie Sirat-Brücke, oder Mizan (Waage) berichten und leugnen dies nicht nur weil wir es nicht von hier nicht sehen können und nicht per Verstand erfassen können (im Gegensatz zu Mutaziliyya). Die Mutaziliyya übertreibt den Verstand, da es als Richtmass über Wahiy (Offenbarung) und Sunna nimmt, was schief geht, da der Verstand z.B nicht über jenseitige Dinge urteilen kann, da es ausser seinem Bereich liegt. Die Muteschebbichiyya (Antropomorphisten) und Hischwiyya untertreiben den Verstand da sie alles wortwörtlich nehmen im Koran und Hadithen und jene Stellen die metaphorische Deutung zwingen oder wo schweigen und das Fernhalten von Vergleichen mit Geschöpfen vorliegt dort beharren sie auf die äussere Bedeutung welches dazu treibt Allah Ort, Zeit und Materiegebunden zu glauben, also Antropomorphismus. Die Ahl-i sunna nimmt die äussere Bedeutung bezüglich der Aussagen über Glaubenssätze und nur dort wo es ein Zwang gibt zur Tawil (Deutung) dort nehmen sie eine Deutung die im Einklang ist mit den anderen Glaubenssätzen. Das heisst sie deuten diese Stellen mit anderen Glaubenssätzen des Islam. Dort wo es kein Zwang gab dort mit Verstand Vernunftschlüsse ziehen ist die Methode der Nicht-Sunniten, wobei sie verschiedene Ansätze haben. Wir Sunniten rühren die Glaubenssätze nicht an, da der Verstand nicht dort sein Feld hat, z.B über Paradies mit Verstand spekulieren ist unsinnig und ferner Anmassung gegen Allah.
Die Mutaziliten lehren Allah sei gezwungen Dinge zu erschaffen und der alleinige oder ausschliessliche Maß über gut und schlecht sei die Vernunft. Sie glauben nicht an Kadar (islamische Schicksalslehre). Ferner sie leugnen Dinge die sie mit Verstand nicht erfassen so z.B die Existenz von Schaitan oder Dschinn usw. Begründer dieser Gruppe war Wasil bin Ata im 8.Jh. Mutaziliten gibt es heute nicht mehr. Vereinzelt sind sie schon anzutreffen.
Die Haschwiyya sind Anthropomorphisten, denn sie glauben dass Allah eine Gestalt habe, die sich bildlich vorstellen lässt. Für Allah sei Bewegung, Herabsteigen und Hinaufsteigen möglich. Also es gebe Dinge worauf Allah abhängig sei. Damit trennen sie sich von den überwiegendlich mehrheitlichen Sunniten die lehren dass Allah unabhängig ist und ohnegleichen ist. Alles ausser Allah ist erschaffen.
Wie die Haschwiyya zu ihren Ansichten kann man z.B am folgenden Beispiel darstellen: „Das Herz (Qalb) ist ein Haus für die Engel. Die schlechten Eigenschaften Zorn, Begierde, Neid und Hochmut sind wie bellende Hunde. In Orten wo Hunde sind kommen keine Engel. Im ehrwürdigen Hadith wird berichtet „In Häusern wo Hunde und Bilder (von Tieren oder Menschen) sind kommt kein Engel.“ Ich will nicht sagen dass der Hadith nur besagt, dass das Haus das Herz ist und die Hunde schlechte Charaktereigenschaften sind. Die äusseren offenbaren Bedeutungen füge ich die obige hinzu. Dieser Satz von mir trennt die Ahl-i sunna (Sunnitentum) von der irregegangenen Batiniyya. Die Batiniyya-Anhänger nehmen nicht die äusseren Bedeutungen und unterstellen irreführende Bedeutungen. Falls die äussere offenbare Bedeutung einer Ayat anderen äusseren offenbaren Ayats nicht passt, so muss tawil gemacht werden, von verschiedenen Bedeutungen die passende gewählt werden. In solchen Fällen der Notwendigkeit auf äussere Bedeutungen beharrende nennte man „Hischwi“ (eine weitere irregegangene Gruppe; Haschwiyya). Daher wurde gesagt der ehrwürdige Koran hat zahir (äussere) und batin (innere) Bedeutungen. Die nur Batin-Bedeutung geben sind die Batiniyya. Die die nur Zahir-Bedeutungen geben Hischwi. Je nach Fall beide Bedeutungen vereinende ist der vollkommene Muslim.´“ Dieses Beispiel und Erläuterung wird in der „Mischkat ul anwar“ des Imam Ghazali behandelt.

Die Haschwiyya und Batiniyya gibt es seit langem nicht mehr oder vereinzelt unter den Muslimen aber es gibt auch Psydo-sufis die der Batiniyya zuzurechnen sind.
Die Glaubenssätze , die vom Propheten (Friede sei mit ihm) und den Allgemeinheit der Gefährten überliefert wurden, welche die Bedeutungen der im Koran al karim und in Hadithen vorkommenden Aussagen über Glaubensinhalte sind, wurden vom nachfolgenden Generation nach den Gefährten aufgeschrieben. Diese Glaubenssätze wurden später gegen andere Religionen und Sekten (Firka) verteidigt durch verschiedene Methodiken. Die verschiedenen Methodiken kamen deshalb zustande da z.B in Irak die gegner der Ahl-i Sunna anders waren als z.B in Zentralasien und auch ihre Denkweisen ,Argumentationen und Wortwahl. Die Antworten mussten sich auf die Inhalte sich beziehen, die die Gegner formulierten. Die unterschiedlichen Methodiken so darstellen als sei jede Methodik eine andere Glaubenslehre ist eine Verdrehung und Irreführung. Die Glaubenslehre der Ahl-i Sunna kann man durch "naql", d.h Schriftbelege (aus Kuran und Hadithen) beweisen. Und ferner bestimmte Gebiete auch "Aql" Vernunftbelege oder durch Kombination beider. In den ersten Zeiten gab es keine Spaltungen in der Muslimischen Gemeinde aber in den Generationen nach den Gefährten tauchten Gruppen auf - wenn auch sie in Minderheit waren- und auf ihre Herausforderungen Antworten gegeben werden mussten. Somit kam die Kalam-Wissenschaft verstärkt in Erscheinung. In vielen modernen Werken stehen verwirrende Ausdrücke und Aussagen als hätten die späteren Sunniten eine andere Glaubenslehre als die früheren, weil diese modernen Autoren die verschiedenen Argumentionsmethodiken und Ausdrucksweisen als unterschiedliche Glaubenssätze suggerierten oder den Leser im Unklaren liessen. Die "Selef-i salihin", "Ashariten" , "Maturidis", "Hanbaliten" haben die selben Glaubenssätze ! Sie sind alle Sunniten, Ahl-i Sunna. Hunderttausende Gelehrte all die Jahrhunderte hindurch berichten dies. Es gibt Autoren die die "Selef-i salihin", womit die ersten Generationen der Muslime die Gefährten und ihre Schüler und Nachfolger die Tabiin und die anschliessende Taba-i Tabiin gemeint sind mit den "Selefiten" oder "Salafiten" - nicht-sunnitische Gruppierungen die ab Ende des 19.Jh entstanden sind- verwechseln. Imam Azam Abu Hanifa, Imam Malik, Imam Ashari und Imam Maturidi berichteten diesselbe sunnitische Glaubensbekenntnis. Nur in Feinheiten gibt es unterschiedliche Formulierungen, die aber nicht grundsätzliche Widersprüche oder Trennung bewirken. In Gebieten wo es Idschtihade möglich waren konnten die Imame unterschiedliche Idschtihade haben aber diese sind nicht in Glaubenssätze sondern in bei Heranziehung der Belege der Fall. Viele die feindlich gegen Ahl-i Sunna gesinnt sind oder aus Unwissenheit oder Missverständnis schrieben sie falsche Formulierungen und sagen es hätten sich verschiedene Glaubenslehren sich entwickelt. Die Muslime wären seit ca. 1200 Jahren irregegangen oder ungläubig geworden. Es folgt ein Beispiel dass die beiden Imame Ashari und Maturidi dieselbe Lehre wiedergeben Imam Ashari sagt in einem seiner Idschtihade "Allahu teala kann Seinen Dienern etwas befehlen wozu sie nicht imstande sind es zu tun." Imam Maturidi sagt in seinem Idschtihad, dass Allah es nicht tut, d.h Er befiehlt Dinge wozu die Menschen imstande sind es zu tun. Nach dem Anschein gibt es grosses Unterschied. Imam Ashari sagt " Allahu teala ist absolut allmächtig ; hätte Er gewollt hätte Er Seinen Dienern Dinge befohlen die sie nicht tun könnten. Niemand hätte dagegen was sagen können. Nur Er hat aber nichts befohlen wozu die Menschen nicht zu tun imstande sind. Er hat auch mitgeteilt dass Er es nicht getan hat." Imam Maturidi lehrt : Da Allahu teala den Menschen nichts befohlen hat wozu sie nicht zu tun imstande sind und dies in ehrwürdigen Ayats (im Koran) mitgeteilt somit ist es nicht möglich dass Er solche Dinge befiehlt. Imam Maturidi und Imam Ashari sagen beide dass Allah absolut allmächtig ist. Ergebnis ist dasselbe der Glaubenssatz hierin ist dasselbe nur die Beweis und Argumentationsweise verschieden. So sind einige weitere Fälle wo die Glaubenssätze diesselben sind aber die Herleitung oder Ausdrucksweise verschieden sind.

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

 Sprung  
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber haftbar.
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen