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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Haram(nicht-zulässig) und Helal(zulässig)
Kemal06 Offline

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Beiträge: 559

27.04.2007 13:55
Über das Gedenken an den Geburtstag des Propheten- antworten

Über das Gedenken an den Geburtstag des Propheten
– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –
er Tag, an dem Allah der Erhabene Seinen Liebling in diese Welt gesandt hat Dist sicherlich für all diejenigen, die an ihn glauben, ein Tag der Freude. Kein
Besserer oder Vollkommener als er wurde jemals erschaffen. Er ist es, der als Barmherzigkeit
für alle Welten gesandt wurde und als Rufer zu Allah mit Seiner Erlaubnis
und als strahlende Leuchte – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.
Trotzdem tri man unter den Muslimen immer wieder Menschen, die fragen, ob es
überhaupt zuläßig sei, den Geburtstag des Gesandten Allahs – Segen und Friede seien
auf ihm – als Gedenktag zu begehen oder zu feiern. Dabei zitieren sie o die Behauptungen
derjenigen, die dies als unzuläßig ansehen, weil es eine Bidʿā, das heißt, eine
„Neuerung“ sei: etwas, das weder auf den Propheten – Allah segne ihn und schenke
ihm Frieden – noch auf seine Nachfolger, die rechtgeleiteten Khalīfen – möge Allah mit
ihnen zufrieden sein – zurückzuführen sei. Grundlage all dieser Behauptungen und
„Fatwas“, die das Feiern des Geburtstages des Besten der Geschöpfe – Allahs Segen und
Friede seien auf ihm – untersagen wollen, ist ein Satz aus dem Ḥadīth: „Hütet Euch vor
neu-eingeführten Dingen, denn jede Neueinführung ist eine Neuerung und jede
Neuerung ist Irreleitung".1 Dabei interpretieren sie diese Worte fälschlicherweise und
im Gegensatz zu den ersten rechtschaffenen Generationen der Muslime (as-Salaf aṣ-
Ṣāliḥ) und den frühen und späteren Gelehrten als grundsätzliches, allgemeingültiges
und ausnahms-loses Verbot der Einführung von etwas Neuem in der Religion.
Imām Schafiʿī sagte hingegen: „Neuerungen sind von zweierlei Art: Lobenswerte
Neuerungen und verabscheuenswürdige Neuerungen und was im Widerspruch zur
Sunna steht, ist verabscheuenswürdig.“ Und er sagte: „Neuerungen sind von zweierlei
Art: das was im Gegensatz zum Qur’an, der Sunna oder der übereinstimmenden
Ansicht (Ijmāʿ)der Muslime steht, ist eine irreleitende Neuerung, wohingegen eine gute
Neuerung in keinerlei Widerspruch zu diesen Dingen steht.“2
Imām an-Nawawī sagte: „Neuerung bedeutet im Sinne des göttlichen Gesetzes, etwas
einzuführen, was zu Zeiten des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm
Frieden – nicht existierte, und es ist zu unterscheiden zwischen guten und schlechten
(Neuerungen).“3 Ibn Ḥajar al-ʿAsqalānī, der Autor des wohl bekanntesten Kommentars
zu Imām al-Bukhārī’s Ṣaḥiḥ-Ḥadīth-Sammlung sagte: „Alles was nicht zur Zeit des
Propheten existierte wird als Neuerung bezeichnet, aber manche (Neuerungen) sind
gut, während andere schlecht sind.“
1 überliefert von Jābir ibn ʿAbdullah in Ṣaḥīḥ Muslim
2 Imām al-Bayhaqī in Manāqib asch-Schafiʿī
3 Imām an-Nawawī in Tahdhīb al-Asmā’
1
Diese Auffassung der rechtschaffenen frühen Gelehrten stützt sich auf den berühmten
Ausspruch des Gesandten Allahs – Segen und Friede seien auf ihm: „Demjenigen, der
einen guten Brauch (Sunna) im Islam einführt, wird der Lohn all derer zuteil, die nach
ihm danach handeln, ohne daß ihr Lohn um das Geringste gemindert würde, wer
jedoch einen schlechten Brauch einführt, auf dem lastet die Strafe all derer, die danach
handeln, ohne daß ihre Strafe um das Geringste vermindert würde.“4
Wer könnte auf die Idee kommen, das Gedenken an das freudige Ereignis der Geburt
des Siegels der Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, eine
Versammlung aus Liebe und Ehrerbietung für ihn, mit Qur’ānrezitation, Berichten aus
der Lebensgeschichte des Gesandten Allahs, Lobliedern zu seinen Ehren und einer
gemeinsamen Mahlzeit sei eine verwerfliche, verabscheuenswürdige Neuerung?
Imām as-Suyutī sagte: „Der Geburt des Propheten – auf dem Allahs Segen und
Friede seien – zu gedenken, was im Grunde darin besteht, Leute zusammen zu bringen,
Teile des Qur’an zu rezitieren, Geschichten über die Geburt des Propheten und die
damit verbundenen Zeichen zu erzählen, dann Essen zu verteilen und danach
auseinander zu gehen, ist eine gute Neuerung. Derjenige, der sie praktiziert, wird dafür
belohnt, denn sie ist ein Zeichen der Ehrerbietung für die Stellung des Propheten und
Ausdruck der Freude über seine Geburt – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.“5
Und Ibn Taymiyya sagte: „Und ebenso was das angeht, was manche Leute eingeführt
haben, ähnlich den Christen, die die Geburt ʿĪsās feiern, oder aus Liebe zum Propheten
und um ihm Ehre zu erweisen: Möge Allah sie aufgrund dieser Liebe und ihres
Bemühens belohnen, nicht aufgrund der Neuerung die es darstellt. .... Den Geburtstag
des Propheten zu feiern und zu würdigen und als einen ehrwürdigen Zeitpunkt zu
betrachten, so wie es manche Menschen tun, ist gut und damit ist großer Gotteslohn
verbunden wegen ihrer guten Absicht, den Propheten – Allah segne ihn und schenke
ihm Frieden – zu ehren.“6
Ibn Kathīr, wohl einer der berühmtesten Qur’ān-Kommentatoren, Historiker und
Autor einer klassischen Prophetenbiographie lobt Muzaffar, den Herrscher von Irbīl,
mit folgenden Worten: „Er pflegte den edlen Maulid im Rabiʿ al-Awwal zu feiern und
organisierte zu diesem Anlaß großartige Feierlichkeiten. Er war ein weiser König,
mutig, ein starker Krieger, intelligent, gebildet und gerecht.Möge Allah ihm barmherzig
sein!“7
Adh-Dhahabī beschreibt eben diesen Herrscher so: „Er (Muzaffar) liebte es, Almosen
zu geben… er errichtete vier Hospize für die Armen und Kranken… ein Haus für
Frauen, eines für Waisenkinder, eines für Obdachlose. Er pflegte selbst die Kranken zu
besuchen… er errichtete eine Madrassa für die Schafiʿīten und Ḥanbalis… er ließ es
nicht zu, daß irgendwelche ungehörigen Dinge in sein Herrschasgebiet eingeführt
wurden… . Was die Feierlichkeiten anläßlich des edlen Maulid an-Nabawī angeht,
reichen Worte nicht aus, sie zu beschreiben. Die Menschen kamen sogar den ganzen
Weg von ʿIrāq und Algerien um daran teilzunehmen.“8
4 Überliefert in Ṣaḥiḥ Muslim von Jarīr ibn ʿAbd Allah al-Bajalī.
5 As-Suyūṭī in Al-Ḥāwī lil-Fatāwī
6 Ibn Taymīyya in Iqtidā’ aṣ-Ṣirāt al-Mustaqīm
7 Ibn Kathīr in al-Bidāya wa an-Nihāya
8 Adh-Dhahabī in Siyar Aʿlām al-Nubalā’
2
Für diese großen Gelehrten des Islam waren die Feierlichkeiten anläßlich des Maulid
offensichtlich eine Selbstverständlichkeit und keine verabscheuungswürdige Neuerung.
Ibn Kathir verfaßte schließlich selbst einen aus Ḥadīthen, Bittgebeten und Segenswünschen
auf den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bestehenden
Maulid-Text.9
Ebenso empfahl der berühmte Meister der Ḥadīth-Wissenschaen Ibn Ḥajar al-
Haytamī, den Maulid zu begehen, wobei er ihn mit dem ʿAschūra-Tag verglich, den der
Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu einem Fasten- und Feiertag
gemacht hatte, als er hörte, daß die Juden ihn als Tag der Errettung aus der
Gefangenscha des Pharao begingen: „So wie die Juden den ʿAschūra-Tag feierten
indem sie fasteten, um Allah zu danken, sollten auch wir den Tag des Maulid feiern!“
und er sagt weiter: „Man dankt Allah für die Gnade, die Er an einem bestimmten Tag
erwiesen hat, sei es durch Gewährung eines großen Gutes oder durch Abwendung einer
Katastrophe. Dieser Tag wird Jahr für Jahr gefeiert. Danksagung kann aus verschiedenen
Arten gottesdienstlicher Handlungen bestehen wie Niederwerfung, Fasten,
Almosengeben oder Qur’ān-Rezitation. Und welch größeres Gut gibt es als die Ankun
dieses Propheten – Allahs Segen und Friede seien auf ihm –, des Propheten der
Barmherzigkeit, am Tage des Maulid ?“10
Daß es sich dabei um eine Neuerung im Sinne von etwas in der Anfangszeit des
Islam nicht Dagewesenem handelte, war den großen ʿUlamā durchaus bewußt. Imām
Nawawīs Lehrer, Imām Abū Schāma, sagte dazu: „Die beste Neuerung unserer Tage ist
das Gedenken an den Geburtstag des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm
Frieden. An diesem Tage spenden die Menschen freigiebig, verrichten viel freiwilligen
Gottesdienst, zeigen große Liebe für den Propheten – der Segen Allahs und Sein Friede
seien auf ihm – und danken Allah dem Erhabenen vielfach dafür, daß Er ihnen Seinen
Gesandten geschickt hat, um sie auf dem Wege der Sunna und des göttlichen Gesetzes
des Islam zu führen.“11
Diese Aussagen einiger der bedeutendsten Gelehrten der Gemeinde Muḥammads –
Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verdeutlichen sicherlich dem unvoreingenommenen
Leser, daß es sich beim Gedenken an den Geburtstag des Propheten –
Allahs Segen und Friede seien auf ihm – nicht um eine unzuläßige, verwerfliche
Neuerung handelt. Wenn sich Menschen während der damit verbundenen Feierlichkeiten
in irgendeiner Weise ungebührend benehmen, so ist dieses Verhalten
sicherlich als solches für sich zu verurteilen, ohne daß damit aber gleich das Begehen
des Maulid als unzuläßig zu betrachten wäre. Die überwiegende Mehrheit der Muslime
und ihrer Gelehrten betrachteten und betrachten die Feierlichkeiten anläßlich des
Prophetengeburtstages als eine lobenswerte und segensreiche Neuerung.
Dies ist auch die von Scheikh Yūsuf al-Qardāwī, dem wohl derzeit bekanntesten
Gelehrten der ‚Salafi’-Bewegung, vertretene Ansicht. Er sagt dazu: „Wir alle wissen, daß
die Gefährten des Propheten – Segen und Friede seien auf ihm und ihnen allen – weder
den Geburtstag des Propheten noch den Tag der Hijra oder den Tag von Badr gefeiert
haben, denn sie waren selbst Zeugen dieser Ereignisse während der Lebzeiten des
Propheten, der immer in ihren Herzen und Gedanken war. Saʿd ibn AbīWaqqās –möge
9 Ibn Kathīr, Maulid Rasūlillah – ṣallAllahu ʿalaihi wa sallam
10 zitiert in Aḥmad ibn Zaynī Dahlan’s as-Sīratu n-Nabawiyya wa l-Atharu l-Muḥammadiyya
11 Imām Abū Shāma in al-Bā‘ith ‘alā Inkār al-Bida‘ wal-H.awādith
3
Allah mit ihm zufrieden sein – berichtete, daß sie genauso darum bemüht waren, ihren
Kindern die Berichte über die Feldzüge des Propheten weiter zu erzählen, wie darum,
ihnen den Qur’ān beizubringen. Auf dieseWeise erinnerten sie ihre Kinder an das, was
zu Lebzeiten des Propheten geschehen war und beduren deshalb keiner solchen
Feierlichkeiten. Die nachfolgenden Generationen begannen jedoch, diese glorreiche
Geschichte und ihre Bedeutung zu vergessen. Deshalb wurden derartige Feierlichkeiten
abgehalten, um das Gedenken an großartige Ereignisse und die Werte, die wir daraus
ableiten können, wiederzubeleben. Bedauerlicherweise beinhalten manche derartige
Feierlichkeiten einige Neuerungen, wo doch ihr eigentlicher Zweck darin besteht, die
Menschen an das Leben des Propheten r und das, wozu er eingeladen hat, zu erinnern.
InWirklichkeit bedeutet das Feiern des Geburtstages des Propheten – Allah segne
ihn und schenke ihm Frieden –, die Geburt des Islam zu feiern. Solche Gelegenheiten
sind dazu da, die Menschen daran zu erinnern, wie der Prophet r gelebt hat. Und
Allah der Erhabene sagt: {Wahrlich, im Gesandten Allahs habt ihr ein vorzügliches Beispiel
für den, der auf Allah und den Jüngsten Tag ho und Allahs vielfach gedenkt.}12“13
@
Ohne nun erschöpfend auf sämtliche Beweise und Argumente eingegangen zu sein,
hoffe ich, mit dieser kurzen Zusammenfassung dem Zweifel derer, die befürchten, vielleicht
mit dem Feiern des Maulid etwas Unrechtes zu tun, Abhilfe geschaffen zu haben.
Möge Allah uns rechtleiten und vereinen in der Liebe zu und im Gedenken an
Seinen Liebling, den höchstgeehrten Seiner Diener, das Siegel Seiner Propheten und
Gesandten, Barmherzigkeit für alleWelten und Fürsprecher der Gläubigen am Tage des
Gerichts, Sayyidunā Muḥammad – möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken!
© Abd al-Hafidh Wentzel
. Rabiʿ al-Awwal /. April 
© Basmala-Kalligraphie: Ahmed Kreusch

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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