Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 918 mal aufgerufen
 Tasawwuf
Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

27.04.2007 13:49
Was ist Tasawwuf? antworten
Tasawwuf ist die Wissenschaft der transzendente Lebensqualität bereits vor dem Tod erreicht werden kann. Muhammad Abu Bakr Müller | 27.Radjab 1420 (7.November 1999)





"Sufi" war ursprünglich ein Name für gottesfürchtige Muslime, deren Tage mit Anbetung Allahs, dem Kampf gegen das eigene Selbst (dshiihad akbar) und durch gewisse weltabgewandtheit bestimmt waren; heute sind davon oft nur mehr kulturelle, ritualisierte Restbestände zu erkennen, welche auf eine ersehnte Dimension verweisen; aber immerhin, auch das ist eine Anerkennung des Weges und der Schöpfer sieht in die Herzen und belohnt wen Er will. Einer meiner nichtmuslimischen Freunde, besuchte eine musealsierte tekke (türk. Begriff für einen Versammlungsort der Sufis) in Istanbul und sah dort Gegenstände, wovon er den Eindruck bekam, dass es eine einst vorhandene Realtät geben musste, die heute aber nicht mehr zugänglich oder funktionsfähig sei. Dies zeigte mir, das sogar Nichtmuslime allein beim Anblick von ehemaligen Räumen des dhikr (der Erinnerung an Allah) etwas empfinden, und es erinnerte mich auch daran, wie das geistig Höhere, durch das übliche evolutionäre Weltbild fast aller Nichtmuslime, auf eine Kulturebene abkanalisiert und sich selbst den Zugang versperrt. Diese Abkanalisation der gesitigen Dimension, hat ein Evolutionist so zu rechtfertigen versucht (00306 Wie Kunst wirksam wird), in dem er die Frage stellt, inwieweit ein sakrales Objket, dass physisch von der Kirche in ein Museum transportiert wurde, dort noch angebetet werden dürfe oder nicht. Wer Sufismus verstehen will, der muß die Evolutionstheorie über Bord werfen und sich der Devolution, also der geistigen Degeneration der Menschheit bewusst sein, andernfalls ihm vom Islam und/oder Sufismus nur einige beachtenswerte psychologische und geschichtliche Nebenerscheinungen auffallen werden.



Anfangs gab es keinen Säkularismus unter den Muslimen von Medinah, doch nur wenige Jahrzehnete, nach dem Tod des Gesandten (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm), begannen sich in der ummah (Gemeinschaft der Muslime) nue Strukruren zu bilden und es "waren duie spären als "sufi" bezeichneten, welche sich die din (Religion), die sie bekommen hatten, zu erhalten versuchetn, so dass es z.B. durchaus üblich wurde, keinen Kontakt mit Herreschern zu haben; der Name Sufe kam erstz später hinzu. Die Qualität des gelebten Islam sich ihrem Tiefpunkt und so kam es, dass sich im Laufer der Jahrhunderte instutionalisierten turuq (Sufi-Orden) entstanden, wennglich dies nie die Absicht oder der Sinn war. Heute betrachten viele Muslime ihre säkulare Krankheit als Gesundheit und können die Verwechslung auch nicht erkennen. In dieser, sich zunehmemend verdichtenden Dunkelheit aber, versammelten sich die Liebhaber Allahs und seines Gesandten, um ihres Schöpfers zun gedenken und von den letzten Glieder geistiger Ketten, welche zurückreichen bis zum Licht, welches Allah durch Muhammad (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) der gesamten Menschheit zukommen lies, für ihren Weg zur m'arifah (Gnossis, Erkenntnis in der Schau Gottes) und dann weiter bis zur Dienersschaft, auf diese Weise den Ehrlichen leuchten lässt. Es gibt unterschiedliche Disziplinen und Tehniken welche die Meister lehren und viele Werke welche Deatils der Wanderung beschrieben, doch ist bis jetzt nur weniges davon in europäischje Sprachen übersetzt worden und die Autoren setzten beim Leser immer die Grundkenntnisse des Islam und deren praktische Umsetzung voraus.

______________________



Die ehrliche Assoziation mit einem der Gottesnahen, auliaa (heilige), bedeutet ein gesitiges Hochziehen, ein Erhellen des Weges und eine Erweichung des Herzens, und all das kann durch eigene Anstrenung allein nicht erreicht werden; Kerzen müssen angezündet werden um zu leuchten und wenn sie einmal brennen muss ihr schwaches Licht geschützt werden und dazu dient die shariah, das Gesetz, wodrch der Gläubige u.a. weiss was ihm schadet usw.). Jeder Muslim ist verpflichtet tasawwuf mit Hilfe einer Führung anzustreben, doch ist der Zugang oft schwer, denn wie erkennt man einen richtigen Scheick, wo es doch z.B Schwindler geben soll usw.. Viele verleugnenauch diesen geistigen Weg indem sie die Mängel der schujuch (pl.von scheikh, geistiger Führer) und ihrer murideen (pl.von murid, Hinstrebender, Adept, Schüler) studieren, anstatt ihre eigenen Fehler zu bekämpfen und versperren sich damit den Weg zur optimalen Lebensqualität: die perfektionierte Anbetung Allahs (ikhlaas), die sie doch erlangen zu wollen. Die Meister sind Menschen, welche Fehler, ja sogar große Sünden begehn können.



Heute haben "Ingeneure und Proffessoren" der Rationalität und Wirtschaft scheinbar die Positionen geistiger Führung der Musliome übernommen und dem entsprechend erscheinen vielen die Sufis; geschweige der "demokartischen Diktaturen", die ihnen Legitimität verleihen und geschweige ihren phsysichen Feinden, die sich zur Selbstverteidigung auch in die Luft sprengen, in der Hoffnung, dadurch auch zum Licht zu gelangen. Es ist keie Frage, dass Sufis als Verrückte erscheinen müssen so sie ja wirklich abgerückt sind vom kurzfristigen Streben und gleicchzeitzig nicht über das tägliche Bedürfnis hinaus planenen sollten.



Sufismus (tasawwuf) ist die Wissenschaft von der Weitergabe des Islam von Herz zu Herz oder wie das intimere Verhältnis zum Schöpfer erlangt, erhalten und perfektioniert werden kann (ichsaan) in der Gnade Allahs; es ist ein Weg und eine angestrebte gesitige Lebensqualität, unter verstärkter Beachtung der shari'ah und der sunnah. In geschichtlicher Hinsicht, ist Sufismus auch mit Namen institutionalisierter "tariqas" (Pl. richtig: turuuq) bekannt, welche oft auf Meister oder deren geographischen Herkunft verweisen, wie z.B.: Qadri, Suhrawardi, Schasiliah, tarqawi, Naqshbandi u.s.f. Die sprachliche Wurzel von Sufismus liegt bei suf (Wolle, weil die früheren Sufis [als sie eben nocht nicht den Namen "Sufi" hatten, also irer Bedürftigkeit entsprechemnd nur Wollgewänder hatten]) oder saf (Reinheit, weil es für die bis dato noch namenslosen Sufis, um die Wissensschaft der inneren Reinigung ging), doch dies kaum Bedeutiung. Es wird gesagt,: Sufismus war eine Realtät ohne namen und heute ist Sufismus ein Name ohne Realität, womit auch ganz allgemein auf die geistige Degenaration der Menscheit verwisen wird und nicht nur auf die Sufis, die eben keine Ausnahme darstellen. Das Verhältnis von Sufismus zu Islam ist z.B. so wie arabische Grammatik zum Qur"an, also ohne Widerspruch und es ist daher für den Voraussetzung, sich um diesen Weg zu bemühen, der den Islam nicht nur formal zu leben und verstehen versuchen will. Wer aber glaubt, dass das Studieren arabischer Grammatik usw. ohne Herzgestaltung möglich ist, den führt sein selbstgebastleter Weg fast immer in die Irre und es ist hier zu erwähnen, dass diejenigen, welche tasawwuf haben, immer einer der vier madhahib (Rechtsschulen) folgen, um nicht Gefahr zu laufen, durch Eingevbungen (hal) vom rechten Weg abzukommen, denn selbst auliaa' (Heilige) können sich irren, Fehler und Sünden begehen. Sufismus hat nichts mit Abspaltungen (Sekten) zu tun, wenngleich dieser Eindruck durch Fehlverhalten umnd Übertreibung entstehen kann.



Sufismus ist im Gegensatz zum kulturellen Versständnis des Islam, eine Lebensweise welche die geisstige Realität mit der äusseren Form in Einkalng zu bringen trachtet und in psychologischer Hinsicht das Gegenteil zum Säkularismus ist. Sufi ist ein Name, welcher einmal denjenigen gegeben wurde, welche sich von den Vergnügen der Welt abwandten, um am Weg zu ihren Schöpfer nicht zu stolpern oder abgelenkt zu sein und dieses Vergnügen erscheint Aussenstehenden als absurde Askese oder Verrücktheit; also wenig Zeit hatten für das übliche Gesellschaftleben. Tassawuf ist die bewusste beschäftigung mit der inneren Realität bzw. eine geistige Lebensqualität, welche auf der Kenntnis von einer intimen Beziehung zum Schöpfer beruht. Das Erlebnis ist das sein im Sein Allahs (wahdat al wudschuud), das Ziel aber ist der Zustand der "Dienerschaft" in der Bezeugung der Einheit Allahs (wahdat al shuhuud). Der Weg beginnt, indem sich der Wanderer unter die Führung eines Lehrers (Meisters, Scheichs, Murschids, Pirs), welcher eine Verbindung zu Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) und die gelebte schr'iah verkörpert, verpflichtet, indem er die bayah (treueversprechen) bekommt; also eine in die Handversprechen, indem der murid (Schüler, Adept) sein Islambekenntnis spricht. Keineswegs ist Sufusmus mit Mystik zu übersetzen, wengleich Mystik als begleitendes Erlebnis gesehen werden kann, denn je weiter man wandert, dest deutlicher wird, dass einem vieles wie ein Geheimnis bleibt.



Sufis sind also Muslime, welche sich tasawwuf (die Wissenschaft der innerem Aspekte der shariah unter Führeung eines Meisters) zur Vollbeschäftigung gemacht haben und keineswegs sind damit von ahl as-sunnah wa-l-dscham'a abweichende Glaubensgruppen gemeint; vielmehr ist tasawwuf das gelebte Kernstück der ursprünglichen Religion, des Islam. Wer dieses Kernstück nicht kennt oder keinen Zugang findet, der hat natürlich trotzdem das Bedürfnis und die Sehnsucht zur Mittte zu gelangen, doch da ihm der Weg dort hin, durch verschiedene Irrlehren an die er glaubt, versperrt ist, macht er als Ersatzhandlung allerhand Unfug, bis hin zu Selbsrtmordaktionen, indem er sich mit den schuhadah (Martyrern) verwechselt uind stellt sienen Unsinn dann als den wahren Islam dar.



Im Laufe der Jahrhunderte haben sich verschiedene turuq (Pl. von tariqa, geistige Weggemeinschaft, Orden) gebildet, welche für manche aussenstehende beobachter den Eindruck erwecken können, sie sie hätten von ahl as-sunnah wa-l-dscham'a abweichende Praaktiken oder Glaubensinhalte, da entweder der Betrachter selbst eine falsche Vorstellung von Islam hat oder die turuq unterschiedlichen Umständen und Einflüssen über längere Zeiträume ausgesetzt waren und entsprechende, kulturelle Eigenheiten entwickelten, oder weil die Verehrung, welche dem Meister zukommt, in einem bereits demokartsierten, spekulativen Bewusstsein, fremd erscheinen mag. Im osmanischen Reich, als der natiolistische Wahn Namens "Türkei" ausbrach, oder in Arabien, als die brandschatzenden wahabitischen Horden zwecks Etablierung einer Hampelmannregierung mit ihren neuen Ansichten theologisch untermauerten, wurde es für Sufis oft ebensgefährlich, so dass sie ihr gemeinsames Gottesgedenken in den Untergrund verelegen mussten.



Allerdimngs wird der Begriff "Sufismus/Sufi" auch von Gruppen vereinnahmt wird, welche die schar'iah leugnen oder mit diversen Ausreden nicht praktizieren oder meinen, dass Sufismus und Islam etws unterschiedliches seien; ich habe Sufi-Gruppen kennengeklertnt, die mit islam nichts zu tun haben, obwohl Sufismus ausserhalb des Islam sowenig existiert wie Schiffe nicht ohne Wasser schwimmen. So wie es "Pseudosufis" gibt, die mit ioslam nichts zu tun haben, so gibt es z.>B. auch die hashawiah (Antropomorphisten), welche die Pseudosufis als gutes Argument gegen Sufismus verwendet können; letztlich ist es aber, als würde jemand Gummiäpfel als Argument gegen Äpfel verwenden. Diejenigen, welche sich zum Islam bekennen, aber eigentlich nur in der kultureller Ebene schwimmen, können sie Sufismus nur gemäß ihres Zuiisatnddes, eben wie alles andere nur als Kultur verstehen.



Das Thema Sufismus kann hier nur durch einige Artikel und Hinweise angedeutet werden; der eigentliche Weg muß gegangen werden, indem der Muslim als Schüler in die Lehre geht, ob er nun Leseunkundig oder Professor ist. Die Liebe zu Allah dem Erhabenen und zu all Seinen Gesandten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihnen), großer Respekt gegenüber den Heiligen (Allahs Freunden - auliaa') und notwendig Verbindung zu einem Führer auf diesem Weg (sheikh), sind Voraussetzungen für den Wanderer. Die Anbetung Allahs und das Erkennen Seiner Existenz sind der Sinn der vom Schöpfer selsbt bestimmte Sinn Seiner Schöpfung. Das formale Gesetz (schari'ah), der Weg der Sufis (tariqat) und die Erkenntnis der Realität (haqqiqah), sind eine einzige Angelegenheit - ohne Widersprüche. Sufismus ist eine Schule für Herzgestaltung, denn nichts als das Herz vermag Allah zu enthalten ud es ist der Sittz des Intellekts.



Die umfangreiche Literatur, welche den Wege der Sufis beschreiben, wird immer nur Hinweise bleiben; der reale Weg liegt im eigenen kurzen Leben und kann von Analphabeten genausogut begangen werden. So wie das Äußere des Islam relativ leicht für diejenigen ist, welche den Kampf mit dem Inneren kennen, so schwer ist es aber für diejenigen, welche das Innere hervorheben um das Äußere für unwichtig zu erklären.



Jeder Tariqah hat ihre silsillah (Kette), welche bis auf den Propheten Muhammad (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm) zurückreicht; also die Kette der Weitergabe des Siegels (des Wissens von Herz zu Herz) darstellt. Alle heute noch erhaltenen Ketten der Naqshbandi Tariqah gehe auf Sheikh Ahmad Sirhind (möge Allaah seine Seele erhöhen) zurück. Es ist bekannt, dass viele ihren jeweilige Meister als qutub oder ghaus (geistige Rangordnungen in einer von Allah bestimmten Hirachie) wahrnehmen und folglich auch als Oberhaupt aller anderen turuq sehen; diese sind individuell gut verständlichen Überzeugungen, doch wenn jemand den qutub in einem unbekannter Schuster vermutet, der seit viezig Jahren jede Nacht im Geheimen betet, so ist daran nichts auszusetzen. Ich selbst, bin in der Naqshabandi Tariqah, deren Großmeister, Akhund Zada Seifur-r-Rahman aus Afhghanistan ist. (Möge Allah ihm ein Langes Leben gewähren).





Muhammad Abu Bakr Müller

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

13.05.2007 15:18
#2 RE: Was ist Tasawwuf? antworten

Sufism ist Reinheit und Bezeugen. Und Sufism hat sofort mit [das Erscheinen von] Islam begonnen. Dies ist, weil Islam aus adligem Verhalten besteht, sowie Übereinstimmung zu Allah sowohl in einfachen Angelegenheiten als auch jene von großer Bedeutung.

Unter dem ersten Sufis nachdem die Gefährten [vom Propheten] und die Anhänger waren Ibrahim ibn Ad'ham und Fudayl ibn Ayyad.

Infolge der Verwirrung von Leuten zwischen das [Begriffe] "asketisch" (zahid), "Anbeter" (abid) und Sufi, können wir [das Folgende] erklären :

Das "asketische" ist was, der von den Gütern von der Welt und seinen angenehmen Dingen abweist.

Der Anbeter ist Einer, der vorsichtig ist, die Taten der Anbetungen zu beobachten, wie zum Beispiel stehend [zu Gebet in der Nacht] (Al-qiyam), kanonisches Gebet (Al-salat), und ähnliche Dinge auf.

Der Sufi ist sowohl ein asketisches als ein Anbeter. Folglich enthält sich der Sufi von der Welt, da er über hinaus den Punkt ist, wo irgendetwas ihn von Allah ablenken kann. [...]

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

Kemal06 Offline

Mitglied

Beiträge: 559

20.05.2007 21:47
#3 RE: Was ist Tasawwuf? antworten

Der Fiqh beschäftigt sich mit der offenbaren und der Befolgung anheimgestellten Verhaltensweise des Menschen auf Erden, mit der Erfüllung bestimmter Pflichten dem Gesetz nach. Der Tassawwuf dagegen befaßt sich mit dem Geist, der hinter unserem Verhalten steht. Wenn wir beispielsweise unser Gebet sagen, so wird die Fiqh uns lediglich nach der Einhaltung der äußeren Voraussetzungen, wie etwa der Waschung, des Hinwendens zur Ka'ba, der Beachtung der Gebetszeiten und der Anzahl der verrichteten Rak'as, beurteilen, während Tassawwuf unser Gebet aufgrund unserer Konzentration, unserer Hingabe, der Reinheit unserer Seele und der Wirkung dieses Gottesdienstes auf unser sittliches Verhalten und unser Benehmen ganz allgemein bewerten wird. So ist also der wahrhaft islamische Tassawwuf der Maßstab unseres geistigen Gehorsams und unserer Aufrichtigkeit, während Fiqh die Ausführung der uns gegebenen Anordnungen bis in die kleinste Einzelheit bestimmt. Eine Ibada, der die rechte Geisteshaltung fehlt, ist, selbst wenn sie richtig ausgeführt wird, wie ein Mensch, der zwar hübsch aussieht, dem es jedoch an Charakterstärke mangelt. Und eine Ibada, die von religiösem Eifer erfüllt ist, dabei aber falsch ausgeführt wird, ist wie ein Mensch mit einem edlen Charakter, doch von unförmiger Erscheinung.

Obiges Beispiel zeigt ganz klar den Zusammenhang zwischen Fiqh und Tassawwuf Doch zu ihrem großen Unglück unterlagen die. Moslimen, nachdem sie im Lauf da Zeit in ihrem Wissen und ihrer Charakterstärke immer mehr abgesunken waren, auch den irreführenden Philosophien von Völkern; die zu jener Zeit die Vorherrschaft in der Welt in Händen hatten, und machten sich deren Philosophien selbst zu eigen und verunreinigten den Islam mit ihren abwegigen Dogmen.

Sie besudelten die reine Quelle des islamischen Tassawwuf mit Unsinnigkeit, die auch durch die wildesten geistigen Akrobatenakte nicht auf der Grundlage von Qur'an und Hadith gerechtfertigt werden konnten. Nach und nach trat eine Gruppe von Moslimen hervor, die sich den Anforderungen der Schari'a gegenüber weit überlegen fühlten und meinten, diese beträfen sie nicht, und das schrien sie auch noch lauthals in die Welt hinaus. Diese Leute hatten nicht die blasseste Ahnung vom Islam, der niemals seine Zustimmung zu einem Tassawwuf geben kann, der sich von der Schari'a gelöst hat. Kein Ssufi hat das Recht die Grenzen der Schari'a zu überschreiten oder die vordringlichsten religiösen Pflichten wie das tägliche Gebet, Fasten, Sakat oder den Hadsch auf die leichte Schulter zu nehmen und sich hier persönliche Freiheiten zu erlauben. Tassawwuf ist in seiner innersten Bedeutung nichts anderes als eine ganz intensive Liebe zu Gott und zu Muhammad, und eine solche Liebe erforderte strengste Beachtung der göttlichen Gebote, wie sie im Qur'an und in der Ssunna des Propheten enthalten sind. Wer immer von diesen göttlichen Geboten abweicht, behauptet zu Unrecht, daß er Gott und Seinen Gesandten liebe.

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

Aussagen »»
 Sprung  
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber haftbar.
Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen