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(Islam ist “Frieden, Reinheit, Hingabe” und “Gehorsam”) "Der Mensch ist Richter über die Worte die er noch nicht ausgesprochen hat und Gefangener seiner Worte nachdem er es ausgesprochen hat." Hazreti Ali 7.Jh & 'Daß du das Band knüpfst zu dem, der es zerreßt; daß du verzeihst dem, der dir Unrecht tut; daß du gibst dem, der dich beraubt."(Der Prophet Muhammed sallallahu 'aleihi wesellem)
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 Rechtsschulen im Islam
Kemal06 Offline

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Beiträge: 559

27.04.2007 13:46
Hanefitisches Handbuch-2 antworten

1.1 ALLAH Der Einzige Gott





Lob und Preis sei Allah, der einzig in Sich selbst besteht, wohingegen alles andere (als Sein Wesen und Seien Eigenschaften) das Sein durch Ihn erhält. Alles bedarf Seiner für Entstehen und Bestand; Er hingegen hat keine Bedürfnisse.



Er ist Einzig; in Seinem Wesen, Seinen Eigenschaften und Seinen Handlungen.



Er hat niemanden und nichts in irgend einer Angelegenheit zum Partner. Sein Bestehen und Leben gehören zu jenen Kategorien, in die das Bestehen und Leben der erschaffenen Dinge zu reihen sind. Sein Sehen, Hören und Seine Macht, Sein Wollen und Seine Rede sind gänzlich anders als Sehen, Hören, Macht, Wollen und Rede des Erschaffenen. Abgesehen von der Gleichheit der Begriffe gibt es weder Gemeinsames noch Gleiches.



Seine Handlungen und Eigenschaften, so wie auch Sein Wesen sind ohne Form und entziehen sich jedem Vergleich. Zum Beispiel ist die Eigenschaft des Wissens, wie sie dem Allmächtigen zu eigen ist, ein ewiges Merkmal. Es ist ein "nicht zusammengesetztes", aktives Bewusstsein, dem jede Information, vom Beginn bis zum Ende der Zeit, einschließlich der ähnlichen und gegenteiligen Zustände, in allen Phasen, mit den sich, im Ganzen wie im Detail und jedes zu seiner bestimmten Zeit, in einem einzigen Moment, bekannt sind. So weiß Er z.B., daß Zaid eine bestimmte Zeit zu leben hat und zu bestimmter Zeit zu sterben hat usf. In gleicher Weise ist Seine Rede eine "nicht zusammengesetzte" Rede, deren Besonderheit die offenbarten Bücher (Offenbarungen) sind.



Schöpfung (Formen und in das Sein bringen) ist eine nur Ihm zugehörende Eigenschaft. Was sollte dieses Abhängige sein, welches fähig wäre, etwas anderes Abhängiges zu erschaffen? Abhängigkeiten, seien sie nun Zufälle, Realitäten oder von Menschen aus freien Stücken gesetzte Handlungen, sind zur Gänze Seine Schöpfung. Er hat einerseits Seine Handlungen mit Ursachen und Umständen verschleiert, und andererseits ist genau all dies der Beweis, daß alles Sein Handeln ist.



Es ist eine Eigenheit Allah’s, wann immer einer Seiner Untertanen eine bestimmte Handlung beabsichtigt, Er diese Handlung erschafft und entstehen läßt. Auf Grund dieses Anscheins von Wille und Einflussnahme wird das Individuum kasib (Verdienender; dem etwas zukommt) genannt und in diesem Sinne wird er gelobt oder getadelt, belohnt oder bestraft; [und deshalb sind es die Absichten, welche den Handlungen einen Wert geben] Es ist kufr anzunehmen, daß irgend etwas anderes als Allah, der wirkliche Schöpfer irgend eines Teiles der Schöpfung wäre.



Allah, der Höchste, ist über körperlicher Inkarnation (hulul) weit erhaben, und in gleicher weise ist nichts in der Lage, in Ihm zu inkarnieren.



Allah, der Höchste, Umgibt (muhit) alle Dinge und ist Mit und Nahe allem was existiert, durch ein Umgeben, ein Mitsein und ein Nahesein, wie es Ihm eigen ist; nicht in einer Weise, wie wir es mit unserem begrenzten Verstand begreifen können; - dies wäre Seiner Heilgkeit nicht zukommend.



Allah, der Höchste, ist erhaben über die jegliche Visionen, die Sufis in ihren Meditationen über Allah erlangen mögen, (denn Sein Selbst kann nicht bezeugt werden). So ist es wesentlich, an das Unsichtbare, Verborgene (ghraib) zu glauben. Was der Sufi in seinen Meditationen sieht, ist lediglich eine Vorstellung oder Vortäuschung. Letztlich ist es ja genau die Lehre der Sufis, daß all diese Visionen unter den Negationsbegriff "laa" fallen, und für nichtig erklärt sind. (Bezogen auf das Wort "laa" in der kalimah: "laa ilaaha illa-l-llah.": Kein Gott außer Gott.)



Des weiteren ist es unser Glaube, daß der Allmächtige tatsächlich alle Dinge Umgibt und ihnen tatsächlich Nahe ist, auch wenn wir die volle Bedeutung dieser Aussage nicht verstehen. Gleichermaßen ist das Sitzen des Allmächtigen auf dem Thron ('arsch), Allah’s Gegenwart im Herzen jedes Gläubigen, Sein Niederkommen zu dem niedersten Himmel im späteren Teil der Nacht und andere derartige Aussagen, wie die Erwähnung Seiner Hand oder Seines Gesichtes, welche durch Qur'aan oder hadiith uns erreichten, nicht in ihrem wörtlichen Sinn zu verstehen, sowie wir auch keine Anstrengungen unternehmen sollten, dies zu interpretieren (tawiil). Wir sollen einfach den Glauben daran entwickeln und uns davor schützen, etwas zu glauben, was in Wirklichkeit falsch ist und daher die Interpretation dieser Dinge dem Wissen des Allmächtigen überlassen. In diesen Angelegenheiten ist des Menschen Anteil, so wie auch der der Engel, nur Unwissenheit und Verwirrung. Die Offenbarungen und Überlieferungen zu leugnen ist kufr, und zu versuchen sie (in solchen Zusammenhängen) zu erklären bedeutet verstärkte Ignoranz.



Diejenigen, die am Hofe des Herrn als Seher bestätigt sind, wagen nichts weiteres zu behaupten, als „Er Ist“.



Es gibt auch noch eine andere Art des Umgebens und der Nähe des Allmächtigen, was aber eine gesonderte Kategorie ist, welche mit der obigen Erwähnung nur den Namen gemeinsam hat und welche den besonderen Untertanen, nämlich den Engeln, den Propheten und den Heiligen zukommt. Trotzdem, auch der einfache Muslim ist nicht ohne Anteil an dieser Nähe, denn die Stufen der Nähe zu Allah sind unendlich. Wie nahe auch jemand zu Allah sein mag, es gibt immer noch Raum für ein Näher. Maulaana Rumi schrieb: "Bruder, unendlich groß ist der Hof des Herrn. Je näher du kommst, umso weiter musst du noch gehen."

.2 AL Anbiaa' die Propheten





Viele Tausende und Abertausende Segnungen ( daruud ) mögen auf die Propheten (ambiaa') ergossen werden (der Friede und Segen Allah’s sei auf ihnen), denn wären sie nicht gesandt worden, hätte niemand das Licht von hidaayah erblickt, oder wäre zu wahrem Wissen gelangt.



Alle ambiaa' gingen den Weg der Wahrheit. Der erste nabiy war Adam (Friede sei auf ihm). Der Ausgezeichnetste unter allen von ihnen, Muhammad, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, war der khatam un nabiyin oder der Letzte der Propheten.



Die miraadsch von Rasuulullah , der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, seine israa von Mekka zur masdschidu-l-aqsaa und von dort zu den Sieben Himmeln und dem sidrahtu-l-muntahaa sind in der Tat geschehen.



Die vom Himmel gesandten, den ambiaa' offenbarten Bücher - die Thora, Bibel (indschiil), die Psalter Davids (zabuur), der glorreiche Qu’raan, die Schriftrollen des Abraham (der Friede Allah’s sei auf ihnen) und weitere sind alle wahr . Der Glaube an alle ambiaa' ist uns vorgeschrieben. Trotz des Glaubens an eine bestimmte Anzahl von Propheten und Büchern Allah’s müssen wir uns keine bestimmte Zahl merken, da ihre genaue Anzahl nicht mit Gewissheit gewußt werden kann.



Die ambiaa' (der Friede ruhe auf ihnen) sind ma'asuum.



Wir glauben über Sayyidiina Muhammad (der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm) alles, was durch das Mittel der positiven Beweisführung (qat'i ) nachgewiesen ist.

1.3 AL MALAA'IK die Engel



Wir glauben, daß die Engel die Diener Allah’s, ma'asuum, weder männlichen noch weiblichen Geschlechtes sind, weder zu essen noch zu trinken bedürfen, die Überbringer der göttlichen Offenbarungen (Wahyyy) sowie Träger des 'arsch sind und alles ausführen, was immer ihnen aufgetragen wird.



Trotz ihres Ranges als die edelsten Geschöpfe und ihrer Stellung als die auserwählten Diener am Hofe des Allmächtigen Herrn, unterscheiden sie und die ambiaa' sich nicht vom Rest der Schöpfung bezüglich der Tatsache, daß sie weder Wissen noch Macht besitzen, außer dem Wissen und der Macht, die ihnen der Allmächtige verliehen hat.



Die Engel glauben an das Wesen und die Eigenschaften Allah’s gerade so, wie alle Muslime an diese Dinge glauben, und bekennen ihre Unfähigkeit, das Wesentliche Seines Seins zu begreifen.

Sie erfüllen ihre Pflichten gemäß ihrem Auftrag bestmöglich und bekunden Allah Dank für die, ihnen gewährte Gunst.
1.4 SCHIRK Allah eine Partnerschaft unterstellen





Es ist gleichermaßen kufr anzunehmen, daß besondere Untertanen Allah’s mit Ihm einige Seiner exklusiven Eigenschaften teilen, wie auch zum Beispiel, sie als Seinesgleichen anzubeten.



So wie einige der Ungläubigen ihrem kufr dadurch Ausdruck verleihen, daß sie die ambiaa' verleugnen; drücken die Christen ihren kufr dadurch aus, indem sie behaupten, Isa oder Jesus (der Friede sei auf ihm) war der Sohn Allah’s (Gottes). Ähnlich verfielen die heidnischen Araber dem Unlauben, als sie meinten, die Engel seien die Töchter Allah’s, und glaubten, daß diese das Wissen über das Unsichtbare (''ilmu-l-ghraib) besäßen. Wie also die ambiaa' und Engel nicht als Teilhaber göttlicher Eigenschaften verstanden werden dürfen, so dürfen alle übrigen, außer den ambiaa' nicht als Teilhaber prophetischer Eigenschaften verstanden werden.



Neben den ambiaa' und den Engeln gibt es niemanden, der ma'asuum, also ohne Sünde ist; nicht die Sahaabah , nicht die Ahlu-l-bait und natürlich auch nicht die Sufi-Heiligen.



Nur den ambiaa' ist zu folgen. (Wir dürfen daher nicht zulassen, daß Gehorsam jemandem anderen gegenüber von uns verlangt wird. Das Befolgen einer Lehre oder des Weges eines bestimmten Imaams, seiner Interpretation der scharii'ah (von Gott, für die Menschen verbindlich erklärter Rechtskörper) ist nicht von dieser Art, sondern von der ersten Kategorie des Gehorsams, d.h. es ist das Folgen den ambiaa', da die vier Imaame lediglich Führer auf dem Weg des nabiy, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, waren. Wir folgen einem Imaam nur insofern, weil er mit den Kennzeichen des Weges besser vertraut ist. Indem wir dies tun, folgen wir in der Tat nur dem Weg des rasuul (der Friede und Segen Allahs sei auf ihm).

1.5 Die Lehren RasuulULLAHS





Alles was uns Rasuulullah, der Friede und Segen Allas sei auf ihm, gelehrt hat (was die Glaubensartikel betrifft), muß Teil unseres Glaubens werden. Wir haben zu erfüllen, was immer er uns aufgetragen hat, und von allem abzustehen, was er uns verboten hat. Weiters ist es unsere Pflicht, die Worte und Handlungen jener zurückzuweisen, deren Worte und Handlungen auch nur um Haaresbreite von denen Rasuulullah’s, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, abweichen.



Rasuulullah, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, hat uns über die Wahrheit folgender Tatsachen unterrichtet:



1. Die Befragung (über den Glauben) durch die beiden Engel Munkar und Nakir im Grab.

2. Die Qualen im Grab für die Ungläubigen und einige der ungehorsamen Gläubigen.

3. Die körperliche Auferstehung nach dem Tod und dem Tag des Jüngsten Gerichts.

4. Den ersten Hornstoß zur Auslöschung von allem Belebten und den zweiten zu dessen Wiedererweckung.

5. Das Aufspalten der Himmel.

6. Die Zerstreuung der Sterne.

7. Das Auseinanderfliegen der Berge.

8. Die Zerstörung der Erde beim ersten Hornstoß.

9. Das Hervorkommen der Menschen aus ihren Gräbern und die physische Wiedererschaffung der materiellen Welt beim zweiten Hornstoß.

10. Die Abrechnung am Tag des Gerichts.

11. Das Wägen der menschlichen Taten auf der Waage (miizaan).

12. Die Zeugenschaft der menschlichen Glieder.

13. Die Überquerung der siraat, die schärfer als ein Rasiermesser und dünner als ein Haar über dschahannam gelegt ist, die mancher wie ein Blitz, andere wie der Wind und wieder andere wie Kriegspferde, und andere ganz langsam überqueren werden; und manche werden von ihr in dschahannam fallen.

14. Die Fürsprache (schafaa'ah) der ambiaa', der Heiligen und der frommen Muslime.

15. Den Brunnen von kauthar, dessen Wasser weißer als Milch und süßer als Honig und dessen Becher glänzend und zahlreich wie die Sterne sind. Wahrhaftig, Rasuulullah, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, sagte: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird nie wieder dürsten“.



Der Allmächtige wird, wenn Er will, jemandem der keine Reue zeigt, das Begehen einer großen Sünde (kabiirah) vergeben, und wenn Er will, wird Er aber für eine kleinen Sünde (saghiirahh) Seine Strafe ergehen lassen. Dennoch wird jemandem, wenn er bereut (taubahh macht), gemäß göttlichem Versprechen gewiß vergeben werden.



Die Ungläubigen werden ewige Qualen im Feuer (dschahannam) zu ertragen haben. Die Übeltäter unter den Muslimen, wie auch immer, sollten sie nach dschahannam gelangen, werden nach kürzerem oder längerem Aufenthalt wieder entlassen und es wird ihnen der Eintritt zu dschannah erlaubt, wo sie ewiglich verweilen werden.



Ein Gläubiger wird durch das Begehen einer kabiirah nicht automatisch ein Kaafir, auch kann man nicht sagen, daß er den Glauben verlassen hat.



All die verschiedenen Qualen dschahannams wie Schlangen, Skorpione, Ketten, Feuer, siedendes Wasser, zaqqum und ghrisliin, über die uns der Qur'aan und Rasuulullah, Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, unterrichtet haben, sowie auch die Wonnen des Paradieses wie das Essen und das Trinken, die huriyah, die Paläste usw. sind wahr.



Die größte Wonne, welche die Gläubigen in dschannah genießen werden, wird ihr Bezeugen des Allmächtigen sein. Sie werden Ihn direkt (unverschleiert) erblicken, wobei dieses bezeugende Sehen einzigartig ist, ohne bestimmte Richtung und ohne Referenz bezüglich dem "Wie".



imaan besteht aus innerer Überzeugung und Zustimmung (des Herzens). Das formale Glaubensbekenntnis (mit der Zunge) wird ebenfalls als wesentlicher Bestandteil von imaan verstanden, wenn man auch in Zeiten der Notwendigkeit (Bedrängnis die tödliche Folgen haben könnte) darauf verzichten kann.

.6 AS SAHABAH die Gefährten





Alle der Sahaabah Rasuulullah’s, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, waren rechtschaffen. Wenn einer von ihnen einmal eine Übertretung begangen hatte, so bereute er sofort, und es ward ihm vergeben. Es gibt eine große Zahl gültiger mutawaatir von Qur'aan und ahadiith, die voll des Lobes für die Sahaabah sind. Der Qur'aan beschreibt sie als einander liebend und nachsichtig behandelnd, entschlossen und feindlich gegen die Ungläubigen (48:29).



Wer (wie viele der schiah -Sekten) annimmt, daß die Sahaabah einander haßten und nicht miteinander auskommen konnten, verleugnet den Qur'aan; und wer immer ihr Feind war oder durch sie erzürnte wurde, für den verwendet der Qur'aan das Wort "Ungläubiger", als Beschreibung. ("... daß Er durch sie die Ungläubigen erzürne" 48:49).



Die Sahaabah waren die Träger der Wahyyy (Offenbarung) und die Überlieferer des Qur'aan. Wer also könnte behaupten, die Sahaabah besäßen keinen Glauben an den Qur'aan oder andere wesentliche Glaubensartikel ?



Es wurde durch die Übereinstimmung der Sahaabah und weitere schriftliche Belege festgestellt, daß Abu Bakr (Allah finde Wohlgefallen an ihm) der vorzüglichste der Sahaabah war. Die Sahaabah kannten ihn als den Besten unter ihnen und leisteten ihm daher den Gefolgschaftseid für das Amt des Khalifen. Nach dem Vorschlag Abu Bakrs akzeptierten sie Umar (Allah finde Wohlgefallen an ihm) als Khalifen nach ihm und kamen zu der Übereinstimmung, daß dieser unter ihnen den zweiten Rang an Vorzüglichkeit innehatte. Nach Umar berieten die Sahaabah drei Tage untereinander, bis sie Uthman (Allah finde Wohlgefallen an ihm) zum Besten unter ihnen bestimmten. Als sie zur Übereinstimmung gelangten, ihm das Khalifaht anzuvertrauen, versprachen sie ihm die Treue. Nach Uthman leisteten alle muhadschiriin (Auswanderer) und ansaar (Helfer) Ali (Allah finde Wohlgefallen an ihm) das Treuegelöbnis (bayah). Die mit ihm stritten, waren im Unrecht; -aber wir sollten nicht niederträchtig auch nur von einem der Sahaabah denken. Vielmehr sollten wir ihre Auseinandersetzung mit gewogenem Blick betrachten und Liebe und Vertrauen für sie alle empfinden.



Dies sind die grundlegenden Glaubensüberzeugungen (aqaa'id) der Muslime sunnitischer Orthodoxie.

1.7 Die Wichtigkeit des salaah (Ritualgebets)





Nach der Rückschau auf unsere Grundüberzeugung können wir nun in angemessener Weise mit dem (Darlegen des) Gottesdienst(es) beginnen, dessen wichtigste Ausprägung salaah ist.



Im sahiih des Imaam Muslims wird auf Gewähr des Jabir berichtet, daß der Nabiy, der Friede und Segen Allah's sei auf ihm, gesagt hat: "Die Verbindung zwischen dem Muslim und kuf r ist die Vernachlässigung des salaah." Das bedeutet, daß ein Muslim durch die ständige Vernachlässigung des salaah möglicherweise in den Zustand des Unglaubens verfällt.



Die Imaame Ahmad, Tirmidhi und Nasaai haben auf Gewähr des Barida berichtet, daß Rasuulullah, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, gesagt hat: "Der Bund zwischen uns, der uns von den übrigen Menschen trennt, ist salaah. Wer es vernachlässigt, wird ein Kaafir."



Ibn Madschah berichtet ein hadiith auf Gewähr des Abu Dardaa, der gesagt hat: "Mein Freund, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, gab mir folgenden Rat: "Stelle Allah nichts und niemanden an die Seite, selbst wenn du mit Tod oder Feuer bedroht wirst. Verweigere deinen Eltern nicht den Gehorsam, selbst wenn sie dir befehlen, deine Frau, deine Kinder und deinen Reichtum aufzugeben. Und versäume fard salaah nicht absichtlich, denn wahrlich, wer fard salaah absichtlich ausläßt, der hat Allah von jeder Verantwortung ihm gegenüber entbunden."



Die Imaame Ahmad, Darami und Baihaqi haben auf Gewähr des Amr Ibnu-l-Aas berichtet, daß Rasuulullah, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, gesagt hat: "Wer sich regelmäßig um die Verrichtung seiner fard salaahs bemüht, dem wird Erleuchtung, eine schöner Rang und Erfolg am Tag des Gerichts zuteil, und wer darin nachlässig war, dem wird keine Erleuchtung, kein Rang und kein Erfolg zuteil. Statt dessen wird er mit Firaun, Hamaan, Qarun und Ubayy ibn Khalf (offensichtlich einer aus der Gruppe der Erstgenannten) zusammengetan."



Imaam Tirmidhi hat auf Gewähr des Abdullah ibn Schaqiq berichtet, daß die Sahaabah Rasuulullahs, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, von keiner anderen Vernachlässigung wußten die zu kufr führt, außer die Vernachlässigung von fard salaah.



Auf der Grundlage dieser ahadiith kam Imaam Ahmad ibn Hanbal zu der Auffassung, daß jeder, der auch nur ein salaah absichtlich ausläßt, ein Kaafir wird (Gemäß Imaam Ahmad hat ein Muslim, der dies tut, in der Tat den Glauben zurückgewiesen und muß mit der dafür dem Recht entsprechend Strafe, der Todesstrafe bestraft werden). Nach Meinung Imaam Schafi wird für solch einen Muslim die Todesstrafe zur Anwendung gebracht, wobei jedoch der Tod jener Person der eines Muslims sein wird, sie also nicht als Kaafir stirbt. - Gemäß Imaam Abu Hanifa wird solch ein Muslim zeitlich unbegrenzt, oder bis er Reue zeigt, eingesperrt. - Und Allah weiß es am besten.



Es soll vorweg gesagt werden, daß für salaah wesentliche Bedingungen (arkaan) vorausgesetzt werden, die später, so Allah will, im Detail erklärt werden. Eine der voraussetzenden Bedingungen für salaah ist tahaarah von sowohl hukmi als auch haqiiqi und nadschasah. Weitere Bedingungen sind tahaarah der Kleidung und Örtlichkeit. Daher werden vor allem anderen die verschiedenen Beispiele bezüglich tahaarah untersucht.

2.taharet
2.1 wud'u rituelle Waschung





BEISPIEL: Es sollte bekannt sein, daß vier Dinge in wudu' fard sind:



1. Das Gesicht vom Haaransatz bis unter das Kinn und von Ohr zu Ohr zu waschen.

2. Beide Hände und die Arme bis einschließlich der Ellenbogen zu waschen.

3. Ein Viertel des Kopfes (mit einer nassen Hand) zu wischen.

4. Beide Füße bis einschließlich der Knöchel zu waschen.



Ist der Bart dicht, so ist es nicht notwendig, das Wasser mit Gewalt durch die Haare zu drücken (um beim Gesichtwaschen die Haut zu benetzen).



Wenn auch nur die Fläche eines Fingernagels an einem dieser vier Körperteile trocken bleiben sollte, ist wudu' unvollständig.



Gemäß den Imaamen Shafei, Ahmad und Malik sind niyyah (Absichtserklärung) und tratib (wudu' in einer festgelegten Reihenfolge zu verrichten) ebenfalls fard.



Weiters ist es gemäß Imaam Malik ebenfalls fard, wudu' in einem Zug durchgehend zu verrichten (muaalaat, d.h. wudu' muß derart verrichtet werden, daß kein Körperteil trocknet, bevor der nächstfolgende gewaschen ist).



Gemäß Imaam Ahmad ist es außerdem fard, im Namen Allah’s zu beginnen und die Nasengänge und den Mund auszuspülen.



Die Imaame Malik und Ahmad halten es weiters für fard, den gesamten Kopf zu wischen.



KIugheit und Umsicht gebieten es jedoch, alle diese Dinge auszuführen, egal welchem Imaam man folgt.



BEISPIEL: sunnah (Gepflogenheit Rasuulullahs (Fsai)) in wudu' ist folgendes:



1. Mit den Worten "bismillahi-r-rahmaani-r-rahiim" zu beginnen,

2. beide Hände bis zu den Gelenken drei mal zu waschen,

3. den Mund drei mal mit Wasser auszuspülen,

4. ein miswaak (bestimmtes Holz, welches als Art Zahnbürste verwendet wird) zu benutzen oder sonst wie die Zähne zu säubern,

5. die Nasengänge drei ma1 zu spülen und zu reinigen,

6. das ganze Gesicht drei mal zu waschen,

7. beide Arme bis einschließlich der Ellenbogen drei mal zu waschen,

8. in einer Bewegung das ganze Haupt und die Ohren zu wischen; es ist dabei nicht unbedingt notwendig, zwischen dem Haupt und den Ohren die Hände erneut zu befeuchten,

9. beide Füße bis einschließlich der Knöchel drei mal zu waschen.



khuffain

(Diese sind eng anliegende Ledersocken, die den ganzen Fuß bedecken und bis über die Knöchel reichen und geeignet sind, darin eine längere Wegstrecke (z.B. 4 km) zurückzulegen, ohne dabei Angst haben zu müssen, sie zu verschleißen. Gewöhnliche Socken aus Wolle oder ähnlichem Material können in Bezug auf masah oder Wischen", wie es weiter unten besprochen werden wird, nicht als khuffain gelten . Insoferne, daß die heutzutage getragenen Schuhe unter dem Knöchel geschnitten sind, können sie ebenfalls nicht als substitutiv klassifiziert werden. Der Stiefel hingegen, wenn er Fuß und Knöchel bedeckt, rein ist, eng sitzt und aus nicht saugendem Material besteht, wird als Substitut akzeptiert.)



Wenn jemand wudu' verrichtet und khuffain trägt, die er angelegt hat, als er in tahaarah war, so ist es für einen Muqiim (jemand, der nicht auf einer Reise ist) einen Tag und eine Nacht lang (von dem Zeitpunkt, an dem sein wudu' gebrochen ist) und für einen Musaafir (ein Reisender) drei Tage und drei Nächte lang dschaid (gestattet), seine khuffain anzubehalten und masah auszuführen (sie nur abzuwischen, wenn er wudu' in diesem Zeitraum verrichtet).



Sollten die khuffain Löcher aufweisen, durch welche drei Zehen passen, ist es nicht dschaid, masah anzuwenden.



Sollte jemand in wudu' seine khuffain bis über die Knöchel heruntergezogen haben oder die Zeitspanne für masah abgelaufen sein, so braucht er die khuffain nur auszuziehen und beide Füße zu waschen. Noch einmal wudu' zu verrichten ist nicht notwendig, außer gemäß der Auffassung Imaam Maliks.



fard von masah ist es, die khuffain drei Finger breit am Fußrücken abzuwischen.



sunnah von masah ist es, mit allen fünf Fingern von den Zehen bis zur Ferse und (über die Knöchel) bis zum Beginn der Unterschenkel zu wischen. Gemäß Imaam Ahmad ist dies fard. Selbstverständlich ist diese Art die umsichtigste Weise, masah auszuführen.



Nach der Beendigung von wudu' sollte folgendes du'aa' (Bittgebet) rezitiert werden:



"lch bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Allah. Er ist Einzig und hat kein Gleiches. Und ich bezeuge, daß Muhammad Sein Diener und rasuul (Gesandter) ist. 0 Allah, mache mich wie jene, die oft bereuen, wie jene, die gereinigt sind. Ehre sei Dir, O Allah und aller Preis. Ich bitte um Vergebung und bereue vor Dir." Darauf sollten zwei rak'ah salaah (tahiyyahu-l-wudu') verrichtet werden.
2.2 was wud'u bricht



1. Alles aus den analen und urinalen Körperteilen Dringende,



2. Jede nadschasah (Unreinheit), die aus irgendeinem Teil des Körpers dringt und zu einem anderen (Körperteil) gelangt, der (entweder in wudu' oder ghusl (Vollwaschung) gewaschen werden muß (Blut oder Eiter, welches sich am Wundrand gesammelt hat und eingetrocknet ist, ohne auszufließen, bricht wudu' daher nicht).



3. Mehr als ein Mundvoll an Erbrochenem (d.h. was nicht zurückgehalten werden kann), egal ob flüssig oder fest, Galle oder Blut, ausgenommen Schleim; sollte sich Blut mit dem Speichel vermischt haben und ausrinnen, dann bricht wudu', wenn das Blut den Speichel rot gefärbt hat.



Sollte jemand öfters, weniger (als ein Mundvoll) erbrechen, gemäß Imaam Muhammad, sollte für alles Erbrechen der selbe Grund vorliegen (Seekrankheit z.B.), dann sollten die Mengen zusammengenommen werden (und wenn die Summe mehr als ein Mundvoll ergibt, dann bricht wudu').



4. Schlaf, sowohl auf dem Rücken, als auch auf der Seite oder an etwas angelehnt, sodaß man umfallen würde, wenn man diese Stütze entfernte. Stehend oder ohne Stütze sitzend zu schlafen oder in den vorgeschriebenen sunnah-Stellungen, in rukuu'' oder sadschdah, bricht wudu' nicht.



5. geistige Umnachtung, Berauschtheit und Bewußtlosigkeit in jedem Fall.



6. Lachen (wenn hörbar) einer erwachsenen Person in einem salaah, in welchem rukuu'' und sadschdah eingenommen werden (Lachen außerhalb eines salaah oder in dschanazah-salaah (Totengebet) bricht wudu' nicht).



7. Geschlechtsverkehr; gemäß Imaam Abu Hanifa bricht weder direktes Berühren der eigenen Geschlechtsteile noch die Berührung einer Frau durch einen Mann wudu', gemäß allen übrigen Imaamen brechen diese beiden Dinge wudu'.



8. Essen von Kamelfleisch, gemäß Imaam Ahmad.
2.3 ghusl Ganzkörperwaschung





BEISPIEL: fard in ghusl (Vollwaschung) sind:



1 Waschen des ganzen Körpers.

2. Ausspülen des Mundes.

3. Ausspülen der Nase.



BEISPIEL: Es ist fard für eine Frau mit geflochtenem Haar, die Wurzeln zu befeuchten, jedoch nicht, die Zöpfe zu öffnen. Sollte ein Mann geflochtenes Haar tragen, so muß er dieses für ghusl öffnen und seine Haare von den Wurzeln bis zu den Spitzen waschen.

BEISPIEL: sunnah in ghusl sind:



1. Waschen der Hände.

2. Reinigung des Körpers von allen haqiiqi nadschasah (tatsächlichem Schmutz).

3. wudu'.

4. Den ganzen Körper drei mal zu waschen.

5. Wenn das für ghusl verwendete Wasser bei den Füßen zusammenläuft und nicht abrinnt, so ist es sunnah, die Füße nach ghusl noch einmal zu waschen.

2.4 Was ghusl nötig macht





1. Geschlechtsverkehr; gleichgültig ob mit oder ohne Emission.



2. Emission, wenn diese von Samenerguss und Orgasmus begleitet wird, egal ob im Schlafen oder Wachen. Ein Sexualtraum macht ghusl nicht erforderlich, wenn er nicht von einer Flüssigkeitsemission begleitet wird.



3. Beendigung der Perioden haid (Menstrationsperiode der Frau) und nifaas (Periode von 40 Tagen nach einer Entbindung).



BEISPIEL: Rechtlich dauert haid nicht kürzer als drei und nicht länger als zehn Tage. nifaas (Schutzdauer nach Kindesgeburt) dauert nicht länger als vierzig Tage, für die kürzeste Dauer gibt es keine Begrenzung. Innerhalb dieser Zeitspannen gilt Blut in jeder Farbschattierung, außer was rein weiß ist, als Blut von haid oder nifaas.



Die rechtlich kürzeste Dauer für tuhr (tahaarah zwischen zwei haid) ist fünfzehn Tage.



Blut, welches für weniger als drei Tage oder mehr als zehn Tage kommt und welches nach vierzig Tagen in nifaas kommt, wird istihaadah (unangemessenes Blut) genannt und hält eine Frau weder von salaah noch von saum (islamisches Fasten) ab.



Wenn haid einer Frau länger als ihre übliche Periode dauert (z.B. neun Tage statt üblicherweise sechs), so wird dieses Blut nicht istihaadha genannt (und sie ist daher weder für salaah noch für saum verantwortlich, ob-wohl sie schon qasaa (Nachholen des Versäumten) für ihr saum zu tun hat). Werden die zehn Tage jedoch überschritten, dann gilt alles, was über ihre übliche Periode hinausgeht, für istihaadha (und sie hat für alle versäumten slaah's und saums ab der Zeit, welche über ihre normale Periode hinausgeht, in unserem Beispiel ab dem sechsten Tag qasaa zu tun).



Haid einer jungen Frau, die eben zu menstruieren begonnen (und noch keine regelmäßigen Perioden) hat, ist für zehn Tage festgesetzt. Alles Blut nach diesen zehn Tagen gilt als istihaadha.



BEISPIEL: Während haid und nifaas ist salaah ausgesetzt und qasaa nicht erforderlich. Gleicherweise enthebt haid und nifaas eine Frau vom Fasten. Es ist jedoch wadschib (verbindlich), qasaa für alle verlorenen Fasttage zu leisten.



Geschlechtsverkehr während haid und nifaas ist haraam (ungesetzlich), aber nicht während istihaadha.

Sollte der Ausfluß von haid vor Beendigung der zehn Tage (oder der üblichen Periode) aufhören, so ist Geschechtsverkehr, ehe die Frau ghusl genommen hat, solange nicht halaal (gesetzlich erlaubt) bis die Zeit für ein salaah verstrichen ist (ohne weiteren Ausfluß, sodaß man sicher sein kann, daß die monatliche Blutung tatsächlich zum Stillstand gekommen ist).



Gemäß Imaam Abu Hanifa ist es also erlaubt, innerhalb der zehn Tage seiner Frau sexuell beizuwohnen, bevor sie ghusl genommen hat. Die meisten anderen Imaame sind jedoch der Meinung, daß sie ohne vorhergehendes ghusl nicht an Geschlechtsverkehr teilnehmen darf.



BEISPIEL: Es ist jemandem, ohne in wudu' zu sein nicht erlaubt, den Qur'aan zu berühren, (außer der Qur'aan ist verpackt oder in einer Schatulle). Man kann jedoch daraus lesen (oder aus dem Gedächtnis rezitieren). Für jemanden in dschanaabah (für den ghusl notwendig wurde), haid oder nifaas ist es nicht erlaubt, den Qur'aan zu berühren, daraus zu rezitieren, eine masdschid (Moschee) zu betreten oder tawaaf (die Ka'abah zu umschreiten) zu verrichten (dschanaabah hindert jedoch nicht daran, "bismillah"oder "al hamdu-li-llah" etc. zu sagen oder du'aa' zu sprechen).

2.5 nadschaasah rituelle Unreinheit





BEISPIEL: Der Urin von Tieren, deren Fleisch (bei entsprechender Schlachtung) halaal ist, Urin von Pferden, Schiß von Vögeln, deren Fleisch haraam ist (oder wenn der Schiß aufdringlich riecht, auch von Vögeln, deren Fleisch halaal ist); alle diese Dinge sind nadschasah (Unreinheiten) in solchem Ausmaß daß sie khafifa (leichte Unreinheiten) genannt werden. Ein Fleck davon (khafifa nadschasah), wenn er weniger als ein Viertel des Kleidungsteils bedeckt, auf den er gelangt ist (z.B. Ärmel, Kragen etc.), hält niemanden (da die Menge so klein ist) von salaah in diesen Kleidern ab, obwohl eine solche Menge im Wasser, dieses für wudu' oder ghusl unbrauchbar macht. (Die hierfür maßgebende Wassermenge ist für ghusl ca. zwölf Doppelhände voll. Siehe Muwatta, Imaam Malik.)



Der Schiß von Vögeln, deren Fleisch halaal ist, gilt außer der von Hühnern und Enten, (wegen des aufdringlichen Geruchs) (rechtlich) als rein.



Menschlicher Urin, auch der Urin von Babys, Eselurin oder der anderer Tiere, deren Fleisch haraam ist, menschliche Exkremente und die vierfüßiger Tiere sind ghalitdha nadschasah (schwere) Verunreinigungen. Das gilt auch für menschliches und tierisches Blut, Rebenwein (und andere berauschende Flüssigkeiten) und Samen (gemäß Imaam Shafei und anderen ist menschlicher Samen nicht nadschasah, sondern rein).



BEISPIEL: Ein Fleck von ghalitdha nadschasah in der Größe eines dirham (Münze) oder einer Handfläche, wenn die ghalitdha nadschasah dünnflüssig ist (und auseinanderrinnt) oder wenn sie fest ist, im Gewicht von 4,5 mashahs (13 5/7 drams = ca 0,047 Liter oder 24,2 Gramm), ist entschuldbar (und man kann in solcherart beschmutzten Kleidern salaah verrichten). Gelangt diese Menge in Wasser für ghusl oder wudu', so wird dieses Wasser für tahaarah ungeeignet.



BEISPIEL: Übriggelassenes Essen oder Trinken, welches mit menschlichem Speichel in Berührung gekommen ist, auch von Ungläubigen, Pferden und anderen Tieren, deren Fleisch halaal ist, sowie deren Schweiß und der Schweiß von Esel und Maultier sind rein. Überbleibsel von Katzen, Mäusen und anderen Haus- und Schoßtieren, sowie die Reste von Eidechsen und die der Vögel, deren Fleisch haraam ist (wie Falke oder Geier), sind makruh (unbeliebt, unerwünscht). Nahrungsreste von Schweinen, Hunden, Elefanten und Vierfüßern, deren Fleisch haraam ist (ausgenommen die der Katze und ihr ähnliche Tiere, wie oben erwähnt), sind nadschasah.



BEISPIEL: Urinflecke (alle, wenn nicht sichtbar) in der Größe eines Stecknadelkopfes sind entschuldbar (solange die von ihnen bedeckte Fläche nicht größer als eine Münze ist, wie oben erwähnt).



[Anmerkung: Männer sollten vorzugsweise nach dem Urinieren die Austrittsöffnungen zuerst „trocken reinigen“, das heißt mit Hilfe eines trockenen Lehmstückes, oder mind. 3 glatten Steinen (sonst Verletzungsgefahr), etc. (keine verwertbaren Dinge wie Stoff, oder eventuelle Nahrung von Tieren); heute am besten mit Toilettenpapier vor allem die "Nachtropfen“ beseitigen, bis man gewiss ist, daß nichts mehr kommen (Gähnen hilft); erst dann mit Wasser reinigen (istindschaa'), denn so kann man sich sicher sein, dass die bleibende Feuchtigkeit nur vom Waschwasser und nicht vom Urin ist. Laut hadiith werden die häufigsten Strafgründe Urintropfen auf Körper und Kleidung sein. Sind die Tropfen zu groß (siehe Beispiel oben) ist das Gebet ungültig.

2.6 Reinigung von nadschasah





Tahaarah (Reinheit) von hukmi (rechtlicher) nadschasah kann nur durch den Gebrauch von reinem Wasser erreicht werden, welches entweder als Regen gefallen oder in der Erde aufgespeichert worden ist, wie Meer-, Brunnen- oder Quellwasser. Die Flüssigkeiten von Bäumen (Nektar) und Früchten wie z.B. Wassermelone, Weintrauben oder Banane sind nicht geeignet, etwas Verunreinigtes in den Zustand von tahaarah zu bringen.



Sollte eine fremde, jedoch reine Substanz wie Sand, Seife oder Safran in das Wasser gelangen, so ist es dschaid (erlaubt), dieses Wasser für wudu' zu verwenden, außer die Zusammensetzung des Wassers wurde dadurch dermaßen geändert, daß die Liquidität verloren gegangen ist oder die Teile Wasser und Beifügung gleich groß geworden sind (z.B. ein Liter Wasser und ein Liter Fruchtsaft), oder die zugefügte Substanz ist derart vorherrschend, daß man nicht mehr von Wasser sprechen kann, sondern von Brühe, Rosenwasser, Essig etc. dschimaa (Konsens der Gelehrten) besagt, dass ist es nicht gestattet, mit solch einer Flüssigkeit wudu' oder ghusl vorzunehmen. Gemäß Imaam Abu Hanifa dürfen solche Flüssigkeiten aber zur Reinigung von Kleidern verwendet werden. Die Imaame Muhammad und Shafei sind jedoch der Meinung, daß dies nicht erlaubt sei.



BEISPIEL: Wenn geronnener und getrockneter Samen von der Kleidung abgeschabt wird, sodaß nichts mehr zu sehen ist, gilt diese Kleidung als rein.



Schwerter, Messer und ähnliche Dinge (wie ein Spiegel) können durch bloßes Abwischen gereinigt werden.



Wenn der Boden schmutzig wurde und dann alles so auftrocknete, daß keine Spur Schmutz mehr zu erkennen ist, gilt er als sauber geworden und salaah kann darauf verrichtet werden, aber es ist trotzdem nicht gestattet, diese Erde für tayammum (rituelle Sandwaschung) zu verwenden. Gleicherweise werden Wände, Ziegel, Mauern, Bäume und Laub (durch das Trocknen und dadurch Verschwinden der nadschasah) wieder rein. Jedoch vom Baum gefallenes Laub (oder ein aus der Mauer gebrochener Ziegel) wird erst rein, wenn es (er) sauber gewaschen wurde.



BEISPIEL: nadschasah, welche man sehen kann (bzw. die betroffene Oberfläche), wird gemäß Imaam Abu Hanifa erst dann rein, wenn sie soweit weggewaschen wurde, daß nichts mehr zu sehen ist. Gemäß einigen anderen Imaamen muß nach der Entfernung der sichtbaren Verschmutzung die Oberfläche noch drei mal gewaschen und wenn möglich jedes ma1 ausgewrungen werden. Ist dies nicht möglich, so muß man die Sache nach jedem Waschgang solange trocknen lassen, bis sie nicht mehr tropft.



Nicht sichtbare nadschasah muß zumindest drei mal gewaschen (obwohl sieben mal am besten wäre) und ausgewrungen und jedesmal (bevor man erneut zu waschen beginnt) getrocknet werden.



Tierhäute, wenn sie (chemisch oder durch die Sonne) gegerbt wurden, werden rein.



BEISPIEL: Fließendes Wasser oder große Mengen Wasser, (wie in einem See oder großen Becken zumindest 10 Quadratfuß) werden durch das Hineinfallen von nadschasah oder durch das Überfließen von nadschasah nicht unrein, außer diese nadschasah ändert den Geschmack, die Farbe oder den Geruch des Wassers in bemerkenswerter Weise.



BEISPIEL: Wenn ein Hund in einem fließenden Wasser sitzt oder etwas Totes hineinfällt oder wenn nadschasah irgendwo verklemmt ist und das Wasser (auf dem Weg zum Wasserspeicher) darüber hinwegfließt, dann wird dieses Wasser, wenn der größere Teil davon mit dieser nadschasah in Berührung kommt, unrein; anderenfalls bleibt es rein.



BEISPIEL: Eine kleine Menge Wasser wird unrein, wenn nadschasah hineingelangt.



qullatain sind ung. 225 Sirs oder ca. 210 Liter). Gemäß Imaam Abu Hanifa ist eine große Menge Wasser dann gegeben, wenn man es an der einen Seite aufrührt und dies an der anderen Seite nicht sofort spürbar wird.



BEISPIEL: Wenn ein Tier in einen Brunnen fällt und ertrinkt und der Kadaver anschwillt oder aufplatzt, muß der Brunnen zur Gänze geleert werden. Schwillt der Kadaver nicht an und das Tier ist so groß wie eine Katze oder größer, muß der Brunnen ebenfalls geleert werden. Das Gleiche gilt für drei oder mehrere Tiere mittlerer Größe (z.B. Vögel). Hat das tote Tier die Größe einer Maus oder eines Spatzen, müssen 20 bis 30 Eimer Wasser aus dem Brunnen entfernt werden. Ist das tote Tier mittlerer Größe (wie eine Taube), so werden 40 bis 60 Eimer Wasser entfernt. Drei Spatzen gelten (juristisch) soviel wie eine Taube. Und Allah weiß es am Besten.

2.7 tayammum rituelle Trockenwaschung





Wenn jemand beabsichtigt, salaah zu verrichten, und nicht in der Lage ist, Wasser (für wudu' oder ghusl) zu verwenden sei es aus Gründen der Entfernung (über 1,5 Kilometer) oder aus Furcht vor Krankheit, Angst vor Feinden oder Tieren, wegen Wasserknappheit (Durst) oder weil es unmöglich ist, an Wasser zu gelangen, dann ist es dieser Person erlaubt, tayammum statt wudu' oder ghusl vorzunehmen, und zwar mit Erde oder damit verwandten Substanzen wie Staub, Sand, Kalk, Mörtel oder Kies, vorausgesetzt, diese Substanzen sind frei von nadschasah.



BEISPIEL: Vor tayammum muß niyyah (Absichtserklärung) gemacht werden. Dann wird nach (leichter) Berührung der Erde mit beiden Händen über das Gesicht gewischt. Nach nochmaliger Berührung der Erde wird dann über beide Arme bis einschließlich der Ellbogen gewischt. Diese drei Dinge sind fard bei tayammum. Sollte auch nur die kleinste Fläche des Gesichtes oder der Hände unberührt bleiben, so ist tayammum unvollständig. Wenn ein Ring getragen wird, so ist es erforderlich, diesen zu drehen (nicht notwendig ist es, ihn vom Finger zu nehmen). Ebenfalls ist es erforderlich, etwas zwischen den Fingern zu reiben.



BEISPIEL: Es ist gestattet vor der Zeit für salaah, tayammum zu machen, wie auch damit eine beliebige Anzahl von fard und nafl (außerordentliches) slaah's zu verrichten.



BEISPIEL: tayammum bricht in dem Moment, in dem Wasser zur Verfügung steht, selbst wenn man sich mitten in salaah befindet.



BEISPIEL: Sollte der Körper oder die Kleidung einer Person beschmutzt sein, die beabsichtigt, salaah zu verrichten und es steht kein Wasser zur Verfügung, so ist es gestattet, salaah mit dieser Beschmutzung (an Körper oder KIeidung) zu verrichten, solange kein reines KIeidungsstück zur Verfügung steht, das geeignet ist, zumindest die Geschlechtsteile zu bedecken.

3.Salah

3.1 Wann wird salaah zur fard (Pflicht)





BEISPIEL: salaah wird fard, wenn die dafür vorgesehene Zeit angebrochen ist, für jede Person die sich im Islam befindet, (die den Islam angenommen hat oder in ihn hineingeboren wurde) die gesund, reif und rein von haid und nifaas ist.



Sollte ein Ungläubiger Muslim, ein Kind reif oder ein Verrückter gesund werden, so wird jenes salaah für diese Person fard, für welches noch genügend Zeit vorhanden ist, um zumindest takbiirahah zu sprechen (die Worte "allahu akbar" ("Gott ist größer") am Beginn des Gebets, wobei die Hände bis an die Ohren erhoben werden).



Gleiches gilt für die Beendigung von haid und nifaas, wenn noch genügend Zeit bleibt, um ein Bad zu nehmen und takbiirahah zu sprechen.

3.2 Die Zeiten für das salaah Ritualgebet





Die Zeit für fadschr salaah beginnt beim echten Morgengrauen und dauert bis unmittelbar vor Sonnenaufgang.



Die Zeit für tdhuhr salaah beginnt beim Sinken der Sonne (vom Zenith am Mittag) und dauert bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Schatten die gleiche Länge erreichen, wie die (aufrecht) stehenden Schattenspender zuzüglich zu dem "Originalschatten" (das ist die Länge des Schattens zu dem Zeitpunkt, als die Sonne im Zenith stand).



Dieser "Originalschatten" sollte (in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre) eineinhalb q'adahm (ein q'adahm ist ein siebtel der Länge von einem Ding) im Hochsommer ausmachen. In den drei Monaten vor und nach der Sommersonnenwende verlängert sich das Maß um ungefähr ein q'adahm (in diesem Fall wurden sieben Monate des Jahres berücksichtigt. Fünf Monate bleiben über, zwei vorher, zwei nachher und einer dazwischen, der Monat der Wintersonnenwende). In den zwei Monaten vor und nach der Wintersonnenwende verlängert sich das Maß des "Originalschattens" um zwei q'adahm. Im Monat der Wintersonnenwende selbst, verlängert sich dieser um zweieinhalb q'adahm. Dies sind die Lehren der Imaame Abu Yusuf und Muhammad und die Mehrheit der Imaame (einschließlich Imaam Malik, Shafei und Ahmad ibn Hanbal) schließen sich an. Gemäß einer Quelle ist dies auch die Ansicht des Imaam Abu Hanifa. Nichts desto trotz ist es die Lehre des Imaams, auch die fatwaaa (Rechtsentscheidung) lautet demgemäß, daß die Zeit für tdhuhr solange andauert, bis die Länge des Schattens einer aufrecht stehenden Sache gleich zweimal der Länge dieser Sache mißt, wenn der Originalschatten dabei berücksichtigt wurde.



Die Zeit für 'asr salaah beginnt mit dem Ende der Zeit für tdhuhr und dauert so lange, wie die Sonne ihre Strahlkraft nicht verliert. Dann kommt jedoch eine Zeit, in der es makruh ist, 'asr zu verrichten, bis zum Sonnenunterang. Trotzdem ist es erlaubt, in dieser Zeit 'asr salaah dieses Tages (nicht ein qasaa salaah) zu verrichten, obschon es äußerst makruh ist. Andere slaah's, ob fard oder nafl, dürfen in dieser Zeit nicht verrichtet werden.



Die Zeit für maghrib salaah beginnt nach dem Sonnenuntergang und dauert gemäß den meisten Imaamen bis zu der Zeit, in der die vorherrschende Farbe am Horizont Rot ist. Gemäß Imaam Abu Hanifa dauert die Zeit länger, d.h. bis die vorherrschende Farbe am Horizont Weiß ist. Wenn schon eine Menge Sterne zu sehen sind, wird die Verrichtung von maghrib salaah makruh.



Die Zeit für 'ischaa' salaah beginnt nach der Zeit für maghrib und dauert bis durch die halbe Nacht. (Das erste Drittel ist das beste (mustahabb), und bis zur Hälfte der Nacht gilt unbeschränkte Erlaubnis für die Verrichtung. Obwohl es auch in der zweiten Hälfte der Nacht gestattet ist, 'ischaa' salaah zu verrichten, wird es doch nicht geschätzt und ist makruh.)



Die Zeit für witr salaah dauert von der Beendigung des 'ischaa' Gebets bis zur Morgendämmerung.



Es ist mustahabb, die Verrichtung von tdhuhr salaah während der heißen Jahreszeit etwas hinauszuschieben, 'ischaa' kurz vor dem Ende des ersten Nachtdrittels zu verrichten und fadschr salaah im ersten Licht des Tages zu halten, sodaß noch genügend Zeit bleibt, um fadschr in masnuun für den Fall zu wiederholen, daß zuvor irgendein Fehler passiert sein sollte, der das Gebet ungültig gemacht hat.



Während des Sonnenaufgangs, zum Sonnenhöchststand und während des Sonnenuntergangs darf außer 'asr salaah des selben Tages (nicht qasaa für 'asr salaah eines anderen Tages) kein salaah verrichtet werden, auch kein sadschdah tilaawah (Niederwerfung auf Grund der Rezitation bestimmter Qur'aanverse) und kein dschanazah salaah (Totengebet).



Während der Zeit für fadschr ist es makruh, irgendein nafl salaah zu verrichten, außer für fadschr salaah. qasaa kann jedoch gehalten werden. Das gleiche gilt für die Zeit nach der Verrichtung von 'asr, bevor und nachdem die Sonne blaß geworden ist, bis maghrib (sadschdah tilaawah kann in diesen Perioden jedoch ausgeführt werden).

3.3 adhaan Gebetsruf





Es ist sunnah, vor salaah adhaan (Aufruf zum Gebet) und Iqamat (zweiter Aufruf, unmittelbar nach dem salaah beginnt) zu rezitieren (gleichgültig ob salaah rechtzeitig, vorgezogen oder als qasaa verrichtet wird).



Die Details betreffend das Wie und Was des adhaan sind so gut bekannt, daß es nicht notwendig ist, sie hier zu erwähnen.



Für einen Musaafir (Reisender) ist es makruh, adhaan auszulassen.



Für jemanden, der salaah zu Hause verrichtet, ist der adhaan der Stadtmoschee ausreichend.



(Der adhaan darf nicht gerufen werden: von einer unreinen, betrunkenen oder verrückten Person und nicht von einer weiblichen Person.)

3.3 adhaan Gebetsruf





Es ist sunnah, vor salaah adhaan (Aufruf zum Gebet) und Iqamat (zweiter Aufruf, unmittelbar nach dem salaah beginnt) zu rezitieren (gleichgültig ob salaah rechtzeitig, vorgezogen oder als qasaa verrichtet wird).



Die Details betreffend das Wie und Was des adhaan sind so gut bekannt, daß es nicht notwendig ist, sie hier zu erwähnen.



Für einen Musaafir (Reisender) ist es makruh, adhaan auszulassen.



Für jemanden, der salaah zu Hause verrichtet, ist der adhaan der Stadtmoschee ausreichend.



(Der adhaan darf nicht gerufen werden: von einer unreinen, betrunkenen oder verrückten Person und nicht von einer weiblichen Person.)

3.4 Vorbedingungen für salaah





1. Körperliche tahaarah von haqiiqi als auch hukmi nadschasah.

2. tahaarah der Kleidung.

3. tahaarah der Örtlichkeit, an der salaah verrichtet wird.

4. Hinwendung zur qiblah.

5. Bedeckung (zumindest) der aurah; für den Mann vom Nabel bis unter die Knie und für die Frau der gesamte Körper, ausgenommen Gesicht, die Hände und die Füße.



BEISPIEL: Sollte ein Viertel (eines Körperteils, der bedeckt sein muß,) entblößt werden, so wird salaah ungültig.



Die bei einer Frau herabhängenden Haupthaare werden rechtlich als eigener Körperteil betrachtet, und daher wird salaah ungültig, wenn ein Viertel der Haare (während salaah) einer Frau unbedeckt bleibt.



BEISPIEL: Jene Person, die keine Kleider besitzt (keine reinen Kleider oder überhaupt keine oder nicht genügend, um die aurah zu bedecken), kann salaah ohne diese (oder mit soviel wie vorhanden) verrichten.



BEISPIEL: Wenn die Richtung der qiblah unbekannt oder ungewiß ist (und es unmöglich ist, sie mit einiger Sicherheit festzustellen), muß eine Schätzung vorgenommen und salaah in der so bestimmten Richtung verrichtet werden. Es nicht gestattet (in solch einer Situation), salaah ohne vorangegangene Schätzung zu verrichten.



BEISPIEL: Sollte es jemandem aus Gründen der Sicherheit oder Angst vor Krankheit nicht möglich sein, die Richtung der qiblah einzuhalten, kann er sein salaah in der für ihn angemessenen Richtung verrichten.



BEISPIEL: Eine berittene Person in der Wüste (oder anderer Wildnis) kann nafl (aber nicht fard) (während des Reitens) in jeder Richtung, in der sie unterwegs ist, verrichten.



BEISPIEL: Die Stimme einer Frau ist ebenfalls Teil ihrer aurah. Sollte eine Frau daher (in Gegenwart eines Nicht-mahram (potentieller Ehepartner)) ihr salaah laut verrichten, wird ihr salaah ungültig. (Hingegen ist nichts einzuwenden wenn sie alleine salaah verrichtet oder eine dschmaa'ah (Gemeinschaft) ausschließlich für Frauen leitet und dabei laut rezitiert.)



BEISPIEL: Die niyyah (Absicht) ist eine weitere Voraussetzung für salaah. Für nafl salaah (wie sunnah und traawiih) genügt eine allgemeine niyyah. Für fard und witr salaah muß eine spezifische niyyah vor dem Eröffnungs takbiirahah gemacht werden. Der Muqtadi (der hinter einem Imaam betet) muß in seine niyyah auch einschließen, daß er einem bestimmten Imaam folgt. Er ist aber nicht verpflichtet, die Anzahl der rak'ah in seiner niyyah festzulegen.

3.5 die Säulen des salaah





Die erste Säule ist das Eröffnungs takbiirahah, auch tahrimah genannt, für welches (wie für die restlichen Säulen des salaah) alle Dinge Vorbedingungen sind, welche auch für salaah Vorbedingungen darstellen, wie tahaarah, Bedeckung der aurah, Hinwendung zur qiblah und niyyah. Zu den Säulen zählen weiters zwei rak'ah und q'adah (sitzende Position) am Ende von fadschr salaah; vier rak'ah und q'adah am Ende von tdhuhr, 'asr und 'ischaa' salaah; drei rak'ah und q'adah am Ende von maghrib und witr salaah und zwei rak'ah und q'adah am Ende von nafl salaah.



fard in jedem rak'ah sind gemäß allen Imaamen:



1. qiyaam, (stehende Position)



2. rukuu'', (gebeugte Position)



3. sadschdah, (Niederwerfung)



4. qiraat; (Rezitation des Qur'aan) gemäß den Imaamen Shafei und Ahmad ist qiraat fard in jedem rak'ah jedes slaah's; gemäß Imaam Abu Hanifa ist es fard in nur zwei rak'ah eines jeden der fünf täglichen slaah's, in allen drei rak'ah von witr salaah und in jedem der zwei rak'ah von nafl salaah. Gemäß Imaam Abu Hanifa beträgt die Länge, welche fard für qiraat ist, ein ayah (Vers) (egal wie lange dieser ist).



5. Gemäß den Imaamen Shafei, Ahmad (und Malik) ist qiraat der surah faatiha ebenfalls fard in jedem rak'ah, und gemäß ihrer Lehre ist das "bismillah" ein ayah der surah faatiha.



6. In sadschdah ist es fard, mit dem Nasenrücken und der Stirn den Boden zu berühren, obwohl es genügt, wenn zwingende Umstände dies verlangen, daß nur einer dieser beiden Teile den Boden berührt. Gemäß den Imaamen Shafei und Ahmad ist es nicht nur notwendig, mit der Stirn und der Nase den Boden zu berühren, sondern auch mit den Händen, Knien und Zehen beider Füße.



7. tratib oder die Ausführung (all dieser oben erwähnter Säulen) in einer genauen Reihenfolge ist fard, außer für die zweite sadschdah. Das heißt, wenn der Musalli (der salaah verrichtet) im ersten rak'ah einmal sadschdah ausgeführt hat und auf das zweite Mal vergißt, wird sein salaah nicht fasid (ungültig). Im zweiten rak'ah wird er jedoch drei Mal sadschdah ausführen und dann das notwendige sadschdah schaw (Niederwerfung des Vergessens) zu machen haben (ein eigenes Kapitel: über sadschdah schaw folgt).



Ibn Hunan, ein ägyptischer Hanafii Gelehrter im 8. Jh. berichtet folgendes aus dem Buch "Al Kafy"von Al Hakim: "Wenn jemand sein salaah beginnt und qiraat und rukuu'' ordentlich ausgeführt hat, dann aber auf sadschdah vergißt und statt dessen wieder qiyaam (stehende Haltung) einnimmt, qiraat ausführt und dann ohne rukuu'' direkt in sadschdah geht, gelten alle diese Handlungen wie ein rak'ah. Wenn er zuerst rukuu'' ausführt, dann in qiraat steht, dann wieder rukuu'' und dann sadschdah ausführt, zählt dies ebenfalls wie ein rak'ah. Auch wenn er zuerst zwei sadschdas ausführt, dann in qiraat steht und in rukuu'' übergeht, jedoch dabei sadschdah übergeht und statt dessen wieder die stehende Haltung einnimmt, dann in qiraat steht und anschließend ohne rukuu'' direkt in sadschdah übergeht, gilt dies als ein rak'ah. Weiters, wenn er ohne sadschdah im ersten rak'ah rukuu'' und dann wieder ohne sadschdah rukuu'' im zweiten rak'ah einnimmt und sich dann im dritten rak'ah gleich in sadschdah begibt und rukuu'' dabei ausläßt, gilt all das wie ein rak'ah." (In allen fünf Fällen wird es notwendig, sadschdah schaw zu verrichten.)



8. Erste q'adah und die Rezitation (in dieser Position) von taschahud in dieser Position und zweite q'adah und Rezitation von taschahud sind fard für Imaam Ahmad. Imaam Abu Hanifa erachtet diese Dinge für wadschib (praktisch gesehen ist kein Unterschied zwischen dem, was fard, und dem, was wadschib ist; die Einhaltung beider ist wesentlich. Juristisch besteht jedoch ein Unterschied. Siehe letzter Abschnitt, Kapitel: 6, Buch über salaah).



9. Die Rezitation von daruud in der Schluß-q'adah nach taschahud ist gemäß den Imaamen Ahmad und Shafei fard.



10. salaam ("Asalamu alaikum wa Rahmatullah") in der Schluß-q'adah am Ende von salaah zu sagen, ist eine Säule in salaah und gemäß den drei Imaamen Shafei, Ahmad und Malik fard. Gemäß Imaam Abu Hanifa ist dies wadschib.



11. Die takbiirahahs ("allahu akbar" zu sagen) bei jedem Senken und Heben des Kopfes (jedesmal, wenn die Stellung in salaah geändert wird); in rukuu'' ein Mal "subhana rabbi al atdhim" in sadschdah ein Mal "Ssubhana rabbi al 'aala", "sam'i allahu li man hamidah", wenn man (nach rukuu'') kurz zur stehenden Stellung zurückkehrt, und zwischen den beiden sadschdas "rabbi fir li" zu sagen, ist alles fard gemäß Imaam Ahmad ibn Hanbal. Trotzdem wird gemäß demselben Imaam salaah nicht fasid wenn jemand diese Dinge zu sagen vergißt.



12. Gemäß Imaam Abu Hanifa ist es dem Muqtadi (der hinter einem Imaam salaah verrichtet) absolut untersagt, hinter einem Imaam qiraat zu halten, denn Rasuulullah, der Friede und Segen Allah’s sei auf ihm, hat gesagt: "Wer einen Imam hat, für den ist qiraat des Imaam auch qiraat für ihn selbst."

3.6 Was im salaaah wadschib ist (verpflichtend)

+ sadschdah sahw





Gemäß Imaam Abu Hanifa sind 15 Dinge in salaah wadschib:

1. Qiraat (Rezitation) von faatiha.

2. Zusätzlich qiraat einer surah oder eines langen ayah in jedem rak'ah eines nafl oder witr salaah und in zwei rak'ah jedes fard salaah.

3. Zuordnung von qiraat zu den ersten beiden rak'ah.

4. Auf die Abfolge der sadschdas (Niederwerfungen) achtzugeben.

5. Eine Stellung für eine Weile beizubehalten (bevor man die nächste einnimmt)

6. Qiaam (stehende Stellung) (nach rukuu'' wieder einzunehmen). In der fatwaa des Qadhi Khan steht geschrieben, daß wenn der Musalli rukuu'' ausgeführt hat und sich dann in sadschdah begibt, ohne qiaam noch einmal eingenommen zu haben, sein salaah gemäß den Imaamen Abu Hanifa und Muhammad nicht fasid wird, obschon er sadschdah schaw (Prostration "des Vergessens")zu machen haben wird.

7. Dschalsah (sitzende Position) zwischen den beiden sadschdas.

8. Erste q'adah.

9. Rezitation von taschahud, während man sich (das erste Mal in q'adah) darin befindet.

10. Die ordentliche Ausführung jeder Säule von salaah, d.h. wenn der Musalli nach dem ersten rukuu'' noch ein rukuu'' macht oder drei sadschdas verrichtet oder daruud nach der ersten Rezitation in taschahud spricht, so hat er in allen diesen Fällen sadschdah schaw zu machen.

11. Die Rezitation von taschahud in der Schluß-q'adah.

12. Die Abhaltung von qiraat durch den Imaam mit vernehmlicher Stimme in zwei rak'ah von fadschr, maghrib, 'ischaa', dschum'ah, den beiden 'id slaah's, schweigend in tdhuhr, 'asr und nafl slaah's.

13. Beendigung des slaah's mit salaam (as-salaamu alaikum wa rahmatullah).

14. Rezitation von du'aa' qunuut in witr salaah.

15. Die zusätzlichen takbiirahahs in beiden 'id slaah's.



Im fiqha (Recht) von Abu Hanifa besteht ein Unterschied zwischen fard und wadschib. In der Praxis bedeutet das: Wird etwas ausgelassen, das fard ist, wird salaah fasid; wird etwas ausgelassen, das wadschib ist, (wird salaah nicht fasid, es) muß jedoch sadschdah schaw verrichtet werden. Wurde sadschdah schaw verrichtet, ist salaah akzeptabel. Wird sadschdah schaw jedoch nicht verrichtet oder etwas, das wadschib ist, absichtlich ausgelassen, dann muß salaah wiederholt werden. Die anderen Imaame unterscheiden nicht in dieser Weise zwischen beiden (fard und wadschib), obleich sie es verlangen; daß sadschdah schaw gemacht wird, wenn gewisse Dinge, die entweder wadschib oder sunnah sind, ausgelassen werden.



sadschdah sahw (Ergänzung zum sechsten Kapitel)



BEISPIEL: sadschdah schaw (wird in folgender Weise verrichtet): Nach (der Beendigung des slaah's mit) den slaah's (vorzugsweise nach dem ersten salaam, obwohl es nichts ausmacht, wenn beide salaams sc

O Allah führe mich auf dem Weg der Weisen!

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